Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 4)
- Language
- German
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240 Recensionen. mit dem biblischen Text größtentheils sachgemäß ist und jedenfalls ein ernstes Studium mit den biblischen Schriften und den alten Exegeten verräth, nachzugehen. Es sei mir zum Schlüsse hier nur noch erlaubt, Einiges berichtigend zu erwähnen, was in obiger Schrift nicht genau auseinandergesetzt ist in Betreff des Verhältnisses der LXX zu dem Targum. Der Verf. hat unserer Ansicht nach, doch zu wenig beide Versionen in ihrem Charakter und ihrer ganzen Anlage, wie sie si h auch in den andern Büchern d. a. Test, zeigen, betrachtet. Wer den Unterschied der LXX und chald. Version genau charakterisiren will, d arf sich nicht begnügen, gestützt auf eine oder die andere Stelle eines Buches d. h. Sch. den Satz aufzustellen: apparet Alexandrinum multo quidem religiosorem fuisse in conservanda nationis facie, non vero ad exhibendam scriptoris sentenliam pariter curiosum. Es ist grade im Gegentheil schon längst erwiesen, daß die LXX durchaus nicht treue Vertreten sind, sondern sich gar sehr der Uebersetzungsweise des Onkelos nähern, nur daß sie einem Principe nicht treu bleiben und bald wortgetreu, bald dem Sinne nach übersetzen. Damit hängt nummtch die für den Verf. so schwierige Frage zusammen: tra^Mio Alsxandrina vimno habuerit quandam ad Chaldaei interpretationem'L(©. 61), die eine besriedigende Lösung findet in den höchst lehrreichen Ausführungen, die Frankel in seinen ״Vorstudien zur LXX (S. 32 ff.) gegeben, die aber dem Verfasser leider ganz unbekannt geblieben. Ter Verf. hätte entschieden bei Allem, was diese ebenso wichtige wie interessante Frage berührt, aus diesem Werke genauen Aufschluß erhalten können und dann wäre auch so mancher Zweifel bei ihm geschwunden und manche Ansicht bestimmter und genauer dargestellt worden. Indessen, trotz all der angeführten Mängel und Schwächen, die das Merkchen hat, läßt es sich nicht längnen, daß es verdienstvoll ist, in eingehender Weise Alles dies zu berücksichtigen, was zum sachlichen wie grammatischen Verständniß einer biblischen Schrift beiträgt. Und dieses Verdienst gebührt dem Verf. mit vollem Recht, zumal er sich der Mühe un-!erzogen, einen reinen, fehlerlosen Text des Targums zu Obadja seiner Arbeit als Appendix beizusügen. vr. W. Landsberg.