Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 2)
- Language
- German
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288 Rccensionen. es niemals gebilligt werden, wenn man, wie es der Verf. obiger Schrift (S. 4) thnt, ohne Weiteres Jonathan selbst die unter seinem Namen auf uns gekommene Version zuschreibt. Vielmehr steht jetzt fest, daß Jonathan nicht der Verfasser des heutigen Targums ist, sondern wahrscheinlich R. Joseph (vgl. Frankel: Zu dem Targum S. 10 ff.). Was nun die Abfassungszeit der Prophetie des Obadja betrifft, so spricht offenbar gegen die Ansicht unseres Verf.: ״katemur nos Caspario, qui prophetam ante urbis excidium vaticinatum esse nalus ..... assentiri non posse.Imovaticinium ita est comparatum, ut post urbem eversam scriptum esse existimandum sit (S. 7)" — die von ihm unberücksichtigte Frage über die Stellung des Buches in Canon, welche vielmehr auf die Zeit hinweist, in der Joel und Amos geweissagt haben. Auch ist die Ewald'sche Ansicht, der sich der Verf. anschließt, wonach bei Obadja und Jeremia 1L, 7—22 eine ältere Weissagung zu Grunde liege, durchaus nicht erwiesen; vielmehr liegt die Annahme, daß Jerem. von Obadia abhängig ist, viel näher, schon weil der ganze Nedestil des Jeremianischen Stückes schwerlich als Grundlage zu dienen hätte geeignet erscheinen können. Im dritten Abschnitt (S. 12) bespricht der Verf. unter der Aufschrift : interpretatio singulorum versuum in eingehender Weise die Bedeutung der einzelnen Sätze und Worte in Obadia. Do ch erscheint hierbei die gegebene Ableitung und der Ursprung der Begriffe נביא und ריאה doch nicht den Unterschied beider in's klare Licht zu setzen, der vielmehr unserer Ansicht nach dahin zu definiren ist: ראה oder ה1ה, die an sich gleichbedeutend sind — beim bei genauerer Erwägung der Stelle Cyr. I, XXIX. 29. ersieht man, daß ntan einen Unterschied zwischen diesen beiden anzunehmen durchaus nicht gezwungen ist — werden diejenigen genannt, die zwar Visionen hatten, ohne aber mit der Deutung und Erklärung derselben im öffentlichen, praktischen Leben aufzutreten, während ein נביא mit seiner Inspiration mahnend und belehrend in der Oeffentlichkeit auftrat. — Die Uebersetzung von בזוי אחה מ׳ in V. 2 durch: contemptus tu es admodum erscheint weniger passend für den Zusammenhang als eont. tu s i s! Auch ist die Erklärung von מרום ^זבחו (V. 3): videntur nobis