Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 1)
- Language
- German
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230 Recensionen. Uecensionen. Professor S. D. Luzzatto's Grammatik der biblisch-chaldäischen Sprache und des Idioms des Talmud Babli. Herausgegeben von vr. M. S. Krüger. Breslau 1873. H. Skutsch, Verlagsbuchhandlung. XM, 123 S. 8". Ein eigener Stern hat über dem aramäischen Sprachzweige gewaltet. Während die Aramäer zuerst unter den Stammesgenossen sich zu politischem und Cultur - Einflüsse in Vorderasien emporrangen, der mehr oder weniger fast durch das ganze Alterthum sich behauptete, ist von einer nationalen Literatur derselben der Nachwelt keine Spur geblieben; und während noch heute eine glänzende Poesie ihren Schimmer auf die heidnische Zeit des zweiten semitischen Hauptvolkes, der Araber wirft, kündet kein Lied und keine in der Volkssprache abgefaßte Sage von den ruhmvollen Tagen des uralten Damaskus. Die Ursachen dieser Erscheinung zu entwickeln, ist hier nicht der Ort. Genug, erst unter den Händen eines andern Volkes und als Dienerin des israelitischen Gottesglaubens verjüngte sich das rauhe, nordsemitische Idiom und wurde das Mittel der mannigfaltigsten literarischen Thätigkeit, zu welcher dann die reiche Literatur der syrischen Kirchenväter als Seitenstück hinzukam. Ein Jahrtausend hindurch war Aramäisch die herrschende Sprache des jüdischen Volkes und des jüdischen Schriftthunis und als Denkmäler dieser Herrschaft stehen besonders die nach vielen Seiten unvergleichlichen Werke der Targumisten und Talmudlehrer da. Schon der lange Zeitraum, der von den aramäischen Aufzeichnungen Esra's bis zum Abschluß des Talmud verfloß, beweist, welche reiche Fundgrube diese Literatur für die Erkenntniß des aranläischen Idioms bildet. Aber die Wissenschafk hat dieselbe verhältnißmäßig nur iu geringem Maße ausgebeutet und die auf lokalem Verhältnisse beruhenden dialectischen Verschiedenheiten in den Targnmim und Talmuden harren noch der tiefergehenden grammatischen Untersuchung. Zum Theil ist