Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 8)
- Language
- German
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Recenstonen. 189 Von dem Verein Mekize Nirdamim, in dessen Verlag die Pesikta erschienen ist, wollen wir am Schlüsse die Hoffnung hegen, daß seine Leiter immer darauf bedacht sein werden, die jüdische Literatur mit solchen werthvollen Gaben zu bereichern und in dieser Weise seinem eigentlichen Zwecke am Geeignetsten Rechnung zu tragen. Dr. Berliner. Die Schrift des Lebens. Inbegriff des gesammten Judenthums in Lehre, Gottesverehrung und Sittengesetz von Rabbiner v>. Leopold Stein. I. Band. Mannheim. I. Schneider 382. Dem gewissenhaften Schriftsteller dürfte nichts schwerer fallen, als seinen mannigfachen, auf verschiedenen Wegen erzielten Resultaten einen, ihr Wesen bezeichnenden Namen zu geben, nicht nur, weil es seine Schwierigkeiten hat, eigenthümlich gestalteten Geistes- Produkten eine einheitliche Bezeichnung vorzusetzen, sondern vielmehr, weil man sich leicht der Gefahr aussetzt, dem auf dem Titelblatt gegebenen Versprechen im Buche selbst untreu zu werden. Als Reclame-Mittel wohl thut der klangvolle Raine das Seinige, aber diese Wirkung muß der des Werkes umsogrößeren Abbruch thun. Auch die uns vorliegende Schrift hätte unbedingt einen viel größeren Werth, wenn sie in bescheidener Weise nur das sein wollte, was sie innerhalb der ihr gesteckten engen Grenzen sein kann. Als eine ״Schrift des Lebens" jedoch, die es sich zur Aufgabe macht, den wahren Weg der Religion klar zu zeichnen, müßte sie von einem ganz andern Gesichtspunkte als dem der Individualität des Verfassers ausgehen, und am allerwenigsten dürfte sie seinen eigenen Lebensgang in solcher Breite und Länge und Ausführlichkeit darstellen. Wenn der Verfasser die Absicht hatte, eine Selbstbiographie zu schreiben, so hat er sein Ziel allenfalls auf eine eigenthümlich e Weife erreicht, wie er aber auf den Gedanken kommen mochte, die mannigfach verschlungenen Pfade, die er gewandelt, Jedermann als die wahren des religiösen Lebens zu empfehlen, ist uns, nachdem wir sein Buch zu Ende gelesen, umso räthselhafter, als wir auch nicht einen überzeugenden Beweis für die unanfechtbare Berechtigung seiner Bestrebnngen gefunden. So schwer es uns auch fällt, können wir doch