Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 2)
- Language
- German
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Recenstonen. 183 getadelten 0פר׳ אנרחא zu suchen sein; gewiß aber sind dort die ältesten auf uns gekommenen Sammelwerke der Hagada entstanden. Dies bemerkt bereits Raschi zum 1. Buche Mos. 47, 2, indem er den Midrasch zu diesem Theile der Schrift als die Hagada Pulästina's, nach einer Variante daselbst (s. untere Raschi- Ausgabe S. 80, Note א) als aus der jerusalemischen Gemara stammend bezeichnet. Es lassen sich hierfür bei eingehendem Studium der Hagada — deren innere und äußere Geschichte, allerdings erst nach sicherer Feststellung der Texte, noch eine besondere Darstellung erwartet — die näheren Beweise mehrfach aufstellen. Wir wollen hier nur einige Andeutungen dafür geben. Das in Sabbat 32 angeführte Sprüchwort נפל חורא חרר לסכינא wird nach der richtigeren Leseart im Aruch 8. v. חר im Midrasch zu den Klageliedern 1, 7 als ein Ausspruch ״der Lehrer von dort," d. h. der babylonischen Lehrer angeführt, während eine Variante des Sprüchworts als ein Ausspruch ״der Lehrer von hier," d. h. der palästinensischen Lehrer bezeichnet wird. So werden auch in der vorliegenden Pesikta (S. 71 d und 75 b) Aussprüche, welche in der babylonischen Gemara sich finden, mit ״dort sagt man," d. h in den babylonischen Schulen, eingeführt. Andere hieher gehörige Beispiele, und zwar aus dem Gebiete der Halacha, sind bei Chajes , Iggeret ha-Bikoret S. 5 zu lesen. — Auch umgekehrt bemerkt man, daß nämlich nicht selten in unserer Gemara mit den Worten במערבא מתנו חפי״" Aussprüche der palästinensischen Lehrhäuser angeführt werden. Einen eclatanten Beweis hiefür liefert die Pesikta 70 b, wo im Namen des R. Jose b. Chanina für die Bewegungen mit dem Lulab der Grund angegeben wird, um die schädlichen Winde und Dünste abzuwenden. Dieser Grund, auch in unserer Gemara, nämlich in Sukka 37 d, unter demselben Namen und mit denselbcn Worten wie in der Pesikta enthalten, wird in der Gemara als ein palästinensischer Ausspruch bezeichnet. Zugleich gewinnen wir damit die Bestätigung dessen, was in Synhedrin 17 b behauptet wird, daß nämlich überall, wo es heißt: ״im Occident lehrt man so," R. Jose b. Chanina gemeint sei, der sonnt als lieberbringer palästinensischen Lehrstoffes erscheint. Wir wollen nur noch, von anderen Stellen abstrahirend, auf Nedarim 41 Hinweisen, wo das Wort ״Fehlt die Erkenntniß, was hast du