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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 11 · p. Seite 515

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 11
Article
Salomon Ludwig Steinheim
Date
1872-01-01
Page
Seite 515 (sequence 6)
Language
German
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Salomon Ludwig Steinheim. SIS Unter andern war gegen die Juden angeführt worden, daß ihre Schächter zugleich Religionslehrer seien, und das sei nnpass end. Darauf fragt Steinheim, nachdem er dies für einen Moment zugegeben: ob sich denn ein solcher Mann zum Gesetzgeber eignen würde, wenn er nicht einmal zum Jugendlehrer gut genug erscheine, ob er nicht noch tiefer sänke, sobald er solchen Beruf nicht als Amt, sondern als Lieblingsneigung sich erwählt hätte, ja ob er nicht ganz verworfen wäre, wenn er die Thiere vorher hetzte und quälte? Wenn aber alle diese Fragen selbstverständlich zu bejahen siird, nun mit welchem Rechte nähmen Liebhaber der Jagden, und zuinal der Parforcejagden, die es mit Lust sehen, wie der gehetzte Hirsch unter den. Hunden verendet an gesetzgebenden Versammlungen Theil; seien sie nicht vielmehr noch schlimmer, als die Schächter, die doch nur die Pflichten ihres Amtes erfüllen? Mit solchen Gründen, von denen wir hier einige aufs Geradewohl herausgehobene Proben gegeben haben, bekämpfte er die Gegner; er schont sie nicht, sein Witz ist erbarmungslos, und sein Geist erforscht die Ursache der Unterdrückung mit unerbittlichem Ernst, der sich auch vor dem Aussprechen der unpraktischen, ja der gefährlichen Wahrheit nicht scheut; seine Medidationen sind eben wegen ihres tiefem Gehalts noch heute lesenswerth, während uns im Allgemeineu die Emancipationsliteratur jetzt frostig und langweilig erscheint, weil sie beweisen :nutzte, was nicht die Verirunft, sondern der böse Wille, der unwiderlegbare, bezweifelte. Diese Meditationen haben das Verdienst, den bösen Willen mit philosophischer Konsequenz in seine Schlupfwinkel zu verfolgen, zu zeigen, wie es trotz aller zeitgemäßer Larven das rohe Heidenthum sei, dem die Lehre des Judenthums ein Dorn ist.. Doch es ist Zeit, daß wir endlich aus den Propplaeen in das Innere des Tempels treten, daß wir von diesen Arbeiten, denen St. selbst nur eine geringere Bedeutung zugemessen hat, uns hiuwenden 31t dem großen Gedankenbau , den er zur Verherrlichung unseres Glaubens hat anfgerichtet. 33*

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