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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 9 · p. Seite 395

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 9
Article
Salomon Ludwig Steinheim
Date
1872-01-01
Page
Seite 395 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Salomon Ludwig Stemheim. 395 Salomon Ludwig Steinheim. (Fortsetzung.) Salomon Ludwig Steinhein: ist in Buchhausen, einem kleinen Städtchen Westphaleus im Jahre 1790 geboren; er hatte das günstige Geschick, daß sowohl die Wünsche, als auch die Mittel seiner Eltern ihm eine gründliche wissenschaftliche Ausbildüng gestatteten; die ersten Eindrücke, welche das väterliche Haus cutf das empfängliche Geinüth des Knaben machten, waren wol geeignet, seinen religiösen Sinn zu wecken und zu entwickeln; die Mutter, die er an mehreren Stellen seiner Schriften voll Ehrerbietung nennt, die Tochter eines Nabbinen, der ohne Sold seines Amtes gewaltet hatte, prägte idealen Sinn und Hingebung an das Allgemeine ihm frühzeitig ein. Unterrichtet wurde er von einem Lehrer Namens Salomon Meyer, einen: Manne von jedenfalls nicht gewöhnlichen Fähigleiten, da Steinheim noch in spaten Jahren seiner mit Begeisterung gedacht, in seiner Biographie Büdinger's, des vielverdienten Kasseler Pädagogen, ihm öffentlich gedankt und den ersten Theil seiner ״Offenbarung nach dein Lehrbegriffe der Synagoge," dem Andenken seines ״unvergeßlichen Jugendlehrers und Freundes" gewidnwt hat. Die Bibel war die erste Geisteskost, die ihm dargereicht wurde, und so dankbar war er dafür, daß er später auf die Bibel das Wort des Dichters wandte: Was ich ohne Dich wäre, wer weiß es; aber mir grauet seh' ich, was ohne Dich Hunderte und tausende sind. Aus seine:: ersten Jugendeindrücken entwickelte sich auch, wie er selbst erzählt, die Abneigung gegen die polnische Juden, :velche er geradezu als eine am Judenthnm Hafte1:de Krankheit betrachtete: diese Abneigung, welche er mit Gabriel Rießer, in dem selbst jüdisch-polnisches Blut floß, theilte und die jedenfalls das Verdienst, das frische Leben, das gerade polnische Juden in die jüdische Wissenschaft gebracht haben, verkannte, hatte ihren Ur-

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