Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Zusätze in der LXX zu Hiob
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 10)
- Language
- German
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Die Zusätze in der LXX zu Hiob. 315 Hiob sei Jobab, gewisser Maßen ihre Metcmpspchosis gesunden, nebenbei die Abfassung der ganzen Stelle in eine späte Zeit versetzt, kann natürlich keine Veranlassung gewesen sein, die Jdentificirung Hiob's mit Jobab zn perhorresciren. Gleichwohl aber lag darin eine Gefahr zur Zeit, da N. Gainliel lebte. Hiob galt damals wohl allgemein für einen Zeitgenossen Amram's und Mose's. War nun Hiob mit Jobab identisch, dein 2. in der Reihe der acht edomitischen Könige, die Gen. 86 aufgeführt werden, woher hätte Mose dann die Namen von sechs Nachfolgern seines Zeitgenossen, die Namen ihrer Städte, ja sogar den Namen einer Königssran wissen können? Daß ein gottbegnadeter Prophet dies vorher wissen könne, dies zu glauben, wäre eine Fordernng, die der Menschenverstand nicht billigen möchte. Es bliebe dann nur, nur die Autorschaft Moses zu retten, die einzige Annahme übrig, alle sechs Könige, die dem Jobab gefolgt sind, wären so rasch auf einander gefolgt, daß Ein Mensch es miterleben konnte. Dies ist immerhin eine mißliche Annahme. Zur Vertheidigung einer Bibelstelle müßte eine Reihe böser Zufälle aufgeboten werden! Gewiß konnte es R. Gamliel nur erwünscht sein, wenn solche Antworten nnnöthig wurden, weil die Fragen, die sie veranlassen konnten, erst gar nicht gestellt wurden. Dies mag das besondere Interesse gewesen sein, das er an der Vernichtung des ihm vorgelegten Hiob-Targums genommen haben soll. Es scheint, als ob man in gelehrten Kreisen von jetzt ab dahin gewirkt hätte, daß die Jdentificirnng Hiob's mit Jobab fallen gelassen werde. Und so schlummerte sie, bis sie Jizchaki zu neuem Leben erweckte, freilich nur zu einem Eintagsleben, da Jbn Esra sie bald zu den Todten eingesargt. Ihren Tod braucht die Wissenschaft nicht zu beklagen, aber in der Vorzeit war ihre Existenz eine berechtigte, besonders, da die andern Behauptungen der Tana im und Anioräer, in denen Hiob als historische Persönlichkeit und seine Leidensgeschichte als factische Begebenheit vorausgesetzt wird, nicht einmal so viel, oder auch nur so wenig Scheirr von Wahrheit für sich haben.