Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur karäischen Bibliographie
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 11)
- Language
- German
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Zur karäischen Bibliographie. 217 (XV.) Aus der Regelmäßigkeit der Bewegung der Sonne und der Gestirne wird geschlossen, daß sie dem Gesetze eines Gebieters folgen müssen. Die Welt kann aber nur einen Schöpfer haben, nicht zwei, da zur Annahme Zweier kein Grund vorliegt und man mit demselben Rechte Gottheiten in unendlicher Zahl annehmen könnte. Ein strengerer Beweis : Gäbe es Zwei, dann müßte auch die Möglichkeit vorausgesetzt werden können, daß der eine von ihnen die Welt bewegen, der andere sie in Ruhe belasten wollte. Beiden könnte sie dann nicht gehorchen, weil Ruhe und Bewegung in Einem ein Ding der Unmöglichkeit ist. Geschähe aber das Eine oder das Andere, oder wäre diese Möglichkeit vorhanden, dann wäre nur derjenige wirklich Gott, desten Wille geschähe. Ferner: Gäbe es zwei Götter, dann würden sie in ihren wesentlichen Attributen einander gleichen müffen. Zwei gleiche Dinge in der Schöpfung können nur dadurch auseinander gehalten, als geordnet von einander betrachtet, also für zwei angesehen werden, daß der Raum sie trennt. Da aber Gott nicht im Raume ist, fehlt dies Zeichen der Trennung nud die Zwei sind dann thatsächlich Eines. Gottes 4 Attribute kommen ihm לנפשו zu, was dann ausführlich bewiesen wird. Was die philosophische Färbung betrifft, so sticht die letzte Frage zu ihrem Vortheile bedeutend ab von ihren Vorgängerinnen. Die Beweisführung stimmt auch mit den entsprechenden Capp. des S. N. überein. lFortsctzung folgt.)