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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 11 · p. Seite 502

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 11
Article
Die Kanonicität des Buches Esther in der älteren synagogalen und kirchlichen Literatur
Date
1871-01-01
Page
Seite 502 (sequence 1)
Language
German
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502 Die Kanonicität des Buches Esther Die Kanonicität des Muches Lstljer in der älteren synagogalen und kirchlichen Literatur. Zn beit Einleitnngsschristen 511111 alten Testamente begegnet der Leser nicht selten kleinen Jrrthümern und halbwahren Anssprächen, welche aus der geringe!: Vertrautheit der Jsagogisten mit der jüdischen Literatur aus der talmudischen Zeit entspringen. Es soll ihnen kein Vorwurf damit gemacht werden; denn die Schwierigkeit für Uneingeweihte, sich in dieser Literatur 51t orientiren, ist groß, und die Auxiliarschriften gewähren keine Sicherheit. Es ist aber die Pflicht derjenigen, welche mit derselben vertraut sind, die irreführenden Urtheile zu berichtigen. Unter den isagogischen Schriften der neueren Zeit nimmt Bleek's Einleitnng ins alte Test, den ersten Rang ein; sie ist mit vieler Umsicht und Besonnenheit ansgearbeitet. Und dennoch finden sich auch darin Unrichtigkeiten und nichtssagende Sätze über Punkte derftpät-jüdischen oder — wie sie in diesem Kreise genannt wird — der räbbinischen Literatur, die im Interesse der wissenschaftlichen Akribie berichtigt werden müssen. In Bezug ans das Buch Esther, mit dessen Kanonicität wir uns hier beschäftigen wollen, bemerkt Bleek (S. 404): ״Die späteren Juden legen auf dieses Buch überhaupt großen Werth, stellen es znm Theil der Thora an die Seite und ziehen es allen andern Ke tu bim und selbst den Nebiimvor . . . Doch finden sich Spuren, daß es früher auch bei den Inden nicht allgemein so hochgestellt sein kann". In Bezug auf den ersten Satz citirt Bleek Maimonides als Gewährsmann (nach Karpzow), welcher aufstellt: ״In den Tagen des Messias werden alle Nebiim und Ketubim abgeschafft werden mit Ausnahme des Buches Esther". Abgesehen davon, daß Maimuni keine Autorität für solche Anssprüche ist, so wird diese Angabe von anderen Autoritäten kritisirt (vergl. zu Maimuni's Codex Megilla 11 118). Der von Maimuni ausgestellte Satz beruht nämlich auf der Ansicht eines Einzelnen nnd noch dazu einer agadischen

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