Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 479 (sequence 2)
- Language
- German
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Recensionen. 479 von Abr. Hochmuth, Rabbiner in Weszprem. Leipzig. F. II. Brockhaus 1871. 248 S. Wenn Nef. Herrn Löw auf der Straße begegnete und auf die Frage: Herr Rabbiner, habe!l Sie gut geschlafen? eine gelehrte, citatenreiche Abhandlung gur Antwort erhielte, es würde ihn dies, da er die schriftstellerische Manier dieses zweifellos keimtnißreichen uub scharfsinnigen Mannes kennt, wenig Wunder nehmen. Ich lvürde kaunr erstaunen, wenn Hr. Löw begänne: Sehen Sie, der Begriff gut hat eine lauge Geschichte; Adam im Paradies hat ihn so aufgefaßt (uub hier ließe sich episodisch viel Schönes über die dem Adam zugeschriebenen apokryphen Schriften, über Präadamiten u. s. w. allbringell), Plato iviederunr anders; aus beut Mittelalter verdienen die Meimmgen voll Duns Scotus, Btaimonides, Aoiceima Erwähnung; ans der ueueru Zeit will ich nllr anführen, was Moses Sopher w.ld Herbart (und hierbei ließe sich recht passend ein Wort von Hrn. Prof. Lazarus ein- 0ו0י101^ץ über diesen Begriff vorbrillgell. Und bei beiu Worte schlafen^ welche reiche Reihe von Citaten stünde da Hrn. Löw zu Gebote! So würde er sich gewiß nicht entgehen lasse!: daran zu erinnern, daß Horaz sogar fcblafeu in dem Sinne voll schriftstellerll anwelldet indem Satze: quonäogne ckormitol öorius Uoiuerus. Hr. Löw will in jeder Arbeit, welche er veröffentlicht, stets auf's Neue den Nachweis führen, daß feine Gelehrsamkeit ihn berechtigt, ein Wort mit dreinzureden; Keiner selbst seiner ausgesprochellell Gegller aber wird dies in Abrede stellen; wozu also diese Fülle von Citatell, von historischen Notizen, die es Hrn. Löw ermöglichen, über den eingigften Gegenstand sogleich eine große Abhalldlung zu schreibell, wozu dieses Verarbeiten der auf den verschiedensten Gebieter: aufgeleserlerl Lesefrüchte, wozu überall diese ״historische Methode", die wir füglich in der Weise, wie Lölv sie anwendet, als die Methode befinireu könnten, über jeden beliebigen Gegellstand ein dickes Buch zu schreiben? Uns ״draußen im Reich" imponirt das gar llicht. Und es kam: llicht fehlen, daß diese Citateusucht Hrn. Löw nicht selten zu lächerlichen Dingen führt. Da lesen wir z. B. S. 46: ״Es zeigte sich die Unhaltbarkeit des Dichterspruches, nacl; welchelll die Saat aus eigener Kraft emporkeimt, auch wenn sie auf llnfruchtbaren Boden