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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 8 · p. Seite 364

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 8
Article
Veranlassung, Zweck und Entwickelung der halachischen und halachisch-exegetischen Sammlungen während der Tannaimperiode
Date
1871-01-01
Page
Seite 364 (sequence 2)
Language
German
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364 Veranlassung, Zweck und Entwickelung der halachischen und 42» und d) und dem ersten Stücke der Diskussion zur zweiten Mischnah deffelben Kap. (54 s und b). Beide Diskussionen halten an dem Buchstaben fest und erschöpfen sich so im Scharfsinne, um die überlieferte Zahl der טריפות mit den in den Quellen aufgezählten auszugleichen, während Ulla, wie bereits oben bemerkt, anstatt Zahlen, logische Kategorien aufstellt. Im Vorbeigehen sei hier bemerkt, daß Maimoni an all diesen Stellen das richtige Verhältniß der einzelnen Stücke zu einander entdeckt hat 2). Es liegt zu Tage, daß mit der gedachten Hypothese solche Erscheinungen nicht erklärt werden können. Es wäre ja ungereimt, anzunehmen, ein und derselbe Traktat, ja ein und dieselbe Discussion sei theils in Sura, theils in Pumbaditha redigirt worden. Wie sind denn solche Erscheinungen zu erklären? So lange man an der bisherigen Vorstellung von der Art und Weise, wie die Talniudredaktion zu Stande kam, festhält, würde alle Mühe vergeblich sein. Die gewöhnliche Vorstellung ist nicht allein unrichtig, sondern auch unklar. Man irrt sehr, wenn man, was bis jetzt durchgehends geschehen, den Schwerpunkt der redaktionellen Leistungen in den Discussionen selbst, vorzüglich aber in den Theilen der Discussionen sucht, in denen kein Emoranamen vorkommt. Dies ist falsch. Die einzelnen Theile oder Stücke, aus denen die Diskussionen bestehen, sind entweder emoraische Verhandlungen, die in den Emoraimakademien zu Sura und Punibaditha stattgefunden, oder Erörterungen einzelner Emorainr, die dieselben gelegentlich oder in ihrer Eigenschaft als Lehrer ihren Jüngern mitgetheilt haben. Die Redaktion, im Besitze einer Menge solcher zerstreuten, von einander unabhängigen Abhandlungen wie auch einzelner Erörterungen und Bemerkungen, traf unter diesen eine Auswahl. In der Zusammenstellung wies sie den ausgesuchten Partien größtentheils denjenigen Platz an, woran diese ursprünglich angeknüpst waren. Mit andern Worten: die Redaction reihete die betreffenden Partien an die Mischnah oder die emoraische Mittheilung (מימרא) an, an die sie ursprünglich von den betreffenden Autoren angeknüpst waren, ©eiten geschah es, daß der verwandte Inhalt oder Stoff zweier Discussionen eine abermalige ganze oder theilweise Wiederholung irgend einer Discussion veranlaßt«. Außer dieser Art Wiederholungen gab es

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