Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zwei interessante Briefe Mannheimer's
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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836 Zwei interessante Briefe Mannheimerls. nur Schade — er Ijat gar Nichts gelernt — und bis auf sein יורה דעה — und מהרש״א kennt er selbst die jüdische Literatur nur dürftig. Da sehen Sie wohl ein, daß ich ihn eigentlich nur als einen Laien betrachten kann/ dessen SDteinung mir nicht mehr als jebe׳ andere gelten kann, besonders, da ich iit solchen Dingen meinen ש׳ ערוך eben so gut inne habe. Einen großen Vortheil haben wir an ihm, daß er unsere Synagoge regelmäßig besucht, selbst an י״ט, wenn wir ihm seinen 101 ,פי אקדמות, ja sogar יציב פתגם, worüber er sich sehr wunderte, auslassen — ich frug ihn, ob יציב פתגם mehr sei, als אן שש מאות, das wir auch nicht sagen, und da war er denn sichtbar zufriedengestellt. Kat)’ av- ÜQ0J7T0V ist eine große Sache — hat doch unser Herr Gott auch כלשון בני אד□ reden müssen.) Dadurch wird null unsere Anstalt quasi geheiligt בעיני העם, והבוערים בעם — der vorige ging in die polnische Schule, wie die Winrelschule heißt, in der die fremden polnischen Juden hier ihren Gottesdienst abhalten. Nun, lieber Freund, muß ich wohl schließen, und nehmen Sie mir meine Schwatzhaftigkeit nicht übel. Sie gehört einmal — zumal in Briefen — wie Ihnen jeder meiner Freunde wird sagen können, zu meinen Jugendsünden. Gehe ich einmal ans Schreiben, so schwatze ich so ein Stückchen fort, bis ich abgerufen werde, oder das Papier zu Ende geht — diesmal war Ersteres der Fall — sonst hätte ich noch ein Weilchen geplaudert. Ich nehme dann keine Rücksicht auf Convenience oder sonstige Fornren des Briefstyls, sondern sitze und schreibe, als rede ich פנים אל פנים, so recht treuherzig, wie es mir um's Herz ist, — Es ist meine Art so von jeher — und ich danke meinem Gotte, daß mir diese Jugendschwäche noch geblieben ist. — während so Manches an ein frühreifes Alter mich erinnert. Ob Sie auch meine Schwäche als Stärke gütigst nur Nachsehen werden, werde ich aus Ihrem nächsten Schreiben ersehen, den: ich erwartungsvoll mit aller Sehnsucht entgegen sehe. Ich versichere Sie noch einmal meiner innigsten Hochachtung und Verehrung und bin so frei mich zu nennen Ihr aufrichtigster Freund Mannheimer. Entschuldigen Sie, wenn ich Ihrem Gedankengang nicht nachging. Ich hatte auf dem Lande, wo ich dieses schrieb, Ihren Brief nicht zur Hand. Briefkasten. Herr Dr. Buchholz, wird ausgenommen.