Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zwei interessante Briefe Mannheimer's
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 4)
- Language
- German
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Zwei interessante Briefe Mannheimer's. 270 mich Ihrer in aller bessern Ansicht und Anordnung willig zu unterwerfen. Zu diesem Zwecke dürste es vor allem erforderlich seyn, das; ich Ihnen über meine amtliche Stellung, über die eigentliche Aufgabe unserer gottesdienstlichen — unserer Schulanstalten und wohlthätige Anstalten — so wie besonders noch über die Mittel, die wir zur Lösung dieser Aufgabe angewendet habe;;, genau 'Rechenschaft gebe. Dazu fehlt mir aber heute die Zeit und die Ruhe, und ich glaube,;;;eine Brüder, (die ich beide als wahrhafte Verehrer Ihrer mannigfachen Verdienste und als treue Anhänger des alten Bundes unb des göttlichen Wortes Ihrer natürlichen Sorgfalt und Seelenpflege empfehle) werden Ihnen, wenn auch auf ungeschickte Weise, dennoch um so unbefangener, was die äußerliche Stellring und die Verhältnisse betrifft, eine vorläufige Kenntnis; der Tinge beibringen könne;;. Oder machen wir es in der Kürze lieber gleich ab: Meine Stellung ist die eines Religionslehrers — als solcher habe ich die R e l i g i o n s s ch u l e unter n;einer unmittelbaren Leitung — sämmtliche Schüler besuchen die öffentlichen (christl.) Schulen, müssen aber (ohne Dispens) in der Religionsschule den Religionsunterricht einholen — oder, in so fern sie privatim unterrichtet werden, doch wenigstens halbjährlich in der Realschule sich aus der Rel. prüfen lassen, und ein Zeugnis; von mir beibringen. Ferner habe ich die Synagoge unter;׳.;einer unmittelbaren Leitung in Verbindung mit den Vorstehern — ich predige daselbst wenigstens jeden zweiten שבח und immer den ersten יום טוב. — Ferner habe ich die eigentl. Seelsorge — dahin gehören Confirmationen — (die frühere בל מצוה ist beibehalten worden), Trauungen (im Bethause), Einsegnung der Knaben bei der Beschneidung — der Mädchen an; שבל, wenn die Wöchnerin ihren Vorgang hält — tbeils deutsch, theils hebräisch; die alten Formeln sind beibehalten, das lebendige Wort dazugethan, und daran angeknüpft worden — ferner habe ich das Bete;; für die Kranken im Bethause — die Gebete an; Sterbetage und bei Beerdigungen — ebenso alte Formel in verständlicher Erklärung für Geist und Herz. In; Gemeindewesen und bei den wohlthätigen Anstalten habe ich die berathende Stimme, in so fern es gilt, auch da ein religiöses Interesse aufrechtzuhalten, oder auf die Gemeinde einzuwirken, besonders aber eine gewisse Gleichmäßigkeit in der Verwaltung herbeizufübren. Der לב, den wir habe;;, ein alter würdiger Alaun, hat sich nie in