Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 6
- Article
- R. Isaak b. Mose Or Sarua aus Wien
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 16)
- Language
- German
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R. Isaak b. Mose Or Sarua aus Wien. 263 Jrrthums irr einer eherechtlichen Entscheidung zeiht. In einem anderen auf Anregung eines R. Meschullam verfaßten Gutachten unterzieht er die rituelle Entscheidung eines aus Frankreich eingewanderten Rabbiners, R. Jacob Z a r f a ti L) in Nürnberg einer vernichtenden Kritik und fällt über das talmudische Wissen des Angegriffenen ein hartes llrtheil. Seinem tadelnden Votum gegen Jacob Zarfati schloß sich auch R. Jehuda b. Mose K o h e n, verinuthlich aus Mainz an, der zu den bedentendsten deutschen Tossafisten gehört.-'') Mit dem genannten Jehuda Kohen, so wie mit zwei anderen Rabbinern aus der Rheingegend, N. Meschullam b. David und R. David b. Schaltiel hatte er einen gelehrten Streit, über den sich ein lebhafter von gegnerischer Seite nicht ohne Bitterkeit geführter Briefwechsel^) entspann. Ein jüdisches Mädchen, welches Braut ivar, wurde in der Verfolgung zu Frankfurt am Main (1241) gewaltsam getauft, kehrte aber später wieder zu seinem Glauben zurück. Der Bräutigam hatte sich aber inzwischen in Würzburg anderweitig verheirathet. Die genannten drei Rabbiner, denen sich noch viele andere angeschlossen hatten, traten nun zu Gunsten des Mädchens auf und waren dafür, daß der ehemalige Bräutigam sich von seiner Frau scheiden und seine ehemalige Braut heirathen müsse. Isaak Or Sarua dagegen verfocht den Grundsatz, daß eine Getaufte in gewisser Beziehung einer Geschändeten ') Das. p. 130 vgl. הני שערי דודא Nr. 39; in הג׳ אשרי Chuüin c. 7 ist dieselbe Steile corrumpirt הרי״ץ הצרפתי כתב שהמורה כיון כשורה. Das ist unrichtig und muß cS heißen הר״י כ״ץ כתב ,הצרפתי שהורה -(א כיון .כשורה 16 .ין.11 א״ז ף a. 3) Ihm gehören die in Bezalel's Schittah zu Kama öfter äugeführten und mit מהר" י כ" ין bezeichneten Tossafot an. Dieselben sind von dessen Schülern umgearbeitet morden, v. das. p. 3 b. תלמידי רבי' הכהן. Der Ausdruck מורי, der hin und wieder vorkommt, rührt eben von dem Schüler des genannten ר״י כ״ץ her, was Zuuz zur Gesch. p. 42 mißverstanden hat. ,"1 א. p. 213. Chajim Or Sarua Nr. 221. השיב ר׳ דוד בן שאלתיאל ילדות היתה כי שלא קפצתי פי בפני רבותי והעזתי פני במורי הרב ר, יצחק. — Vgl. Graetz Gesch. B. VII. v. 121. Man muß wohl beachten, daß im vorliegenden Falle von einer Verlobung im Sinne des Talmud ארומה בקידושין die Rede ist.