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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 5 · p. Seite 237

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 5
Article
Dilettantismus in der Geschichts- und Halacha-Kritik
Date
1871-01-01
Page
Seite 237 (sequence 2)
Language
German
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D ilettantismus in der Geschichts- und Halacha-Kritik. 237 thums u. s. w. an", so daß die citirte Mischnah nicht als Beleg für die Willkühr Gamaliels, sondern für die Fügsamkeit des Collegium's, eben des ב״ר של שלשת dient. Herr K. ist also darin, was Graetz ״meint", nicht so ganz klar, um die ״Combinationen" dieser modernen Geschichtsschreiber, als ״leeres Gerede und unberechtigte Hypothese" hinzustellen. Oder sollte der bei jeden! Schritte und Tritte strauchelnde halacha-kritische Tiletantisrnus aus übelgedeuteten und mißverstandenen Citaten die Berechtigung zu apodiktischen! Urtheilsspruche schöpfen? Niit nicht günstigerem Erfolge strengt der ״Erklärer einer dunklen Mischnah" seine Jnterpretationskunst an folgender Stelle in Graetz's Geschichte (Bd. 4, S. 35) an: ״Einst hatte N. Gamaliel den Anfang des Monats Tischri nach der Aussage zweier verdächtig scheinender Zeugen festgestellt. N. Josua wies in diesen! Akte den! Patriarchen einen Jrrthum nach und forderte das Collegium zur Abänderung der Festtage auf. R. Gamaliel auf seiner Bestimmung beharrend, schickte N. Josua den Befehl zu, ganz Werktagmäßig u..s. w. zu erscheinen". Diese Stelle nun versieht Herr K. mit folgender Glosse: ״*Tarn wir wollen es mit den! halachischen Schnitzer, der in den! Ausdrucke ״und forderte das Cottegiun! zur Abänderung auf" nicht gar genau nehmen, wenn wir auch nicht stillschweigend darüber hinweggehen tonnen; das Collegium für die Entgegennahme der Mondzeugnisse, bestand, wie bereits gesagt, aus drei Mitgliedern, und die Niischnah sagt es ausdrücklich, daß wir es hier mit einem Dreimännergericht כל שלשה ושלשת zu thun haben; waren aber, wie Graetz hier und weiter (S. 70) meint, Josua und Dosa zwei Mitglieder dieses Collegiums und Gamaliel das 3., wen konnten sie auffordern? wer war denn noch da außer ihnen, der aufgefordert werden lounte"» Ferner: ״Jedenfalls hält es Graetz für ausgemacht, daß Josua und Dosa über, diesen Gegenstand mit Gamaliel direkt und kollegialiter verhandelt haben, und daß die Mischnah nichts anderes, als eine gewöhnliche von Angesicht zu Angesicht geführte Debatte bedeute, und das ist es, was historisch und halachisch unrichtig und unhalttar ist". Soweit Herr K. Nun, auch wir wollen es, mit der kritischen Scharfsicht, die in diesem Passus auf eine unzweideutige Weise sich kundgiebt nicht gar genau nehmen, wenn wir auch nicht stillschweigend darüber hinweggehen können; das Collegium für die Entgegennahme der Mondzeugnisse bestand in der That aus 3 Mitgliedern, und aus der mit der kritischen Sonde so aufmerksam geprüften ״wunden" Stelle vermag ein gewöhnliches Menschenauge gar nicht herauszulesen, daß Graetz, das zur Entgegennahlne der Mondzeugnisse halachisch gebotenen

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