Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Fremder Sagenstoff in der Agada
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 2)
- Language
- German
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224 Fremder Sagenstoff in der Agada. Macedonier unterworfenen Völker, auch das jüdische sich bemühte, seine Persönlichkeit sagenhaft zu umspinnen. Der Begegnung Alexanders mit denl Hohenpriester wird Niemand jüdischen Ursprnng absprechen, und auch andere Alexandersagen-Fragmente, bereit Pointe oft auf einen gedeuteten Bibelvers ausgeht, mögen Judäa's Boden entsprossen sein. — Indessen sind die zweifellos griechischen Elemente aus beu verschiedensten Sagengebieten in ziemlicher Anzahl nachznweisen, wie schon Sachs * *) eingehend gezeigt hat. Auch nrythische Erzählungen scheuten sich die Nabbinen nicht an ihren Vortrügen anzuwenden, sobald es galt, einen: ethischreligiösen Gedanken die wirksame Grundlage eines Maschal oder Gleichnisses zu geben. So wendet N. Abba bar Kahana die Sage vom Herkules am Scheidewege (Kohelelh rabbja I, 14), R. Nachman die von: Labyrinth und Ariaditefaden an (Schir hasch, rabba, zu Anfang). Außer diesen schon von Sachs gegedenen Beispielen finden sich noch zwei, in welche!: ebenfalls in: Gewände des Maschal den: jüdischen Hörer griechische Mythe!: geböte!: wurden, die zwar wie in den ersten beiden sehr modisicirt erscheinen, aber immer noch soviel von: ursprüngliche!: Gepräge sich erhalten haben, um den hellenischen Zug nicht verkennen zu lasse!:, namentlich, da sie z!vei Männern angehören, die unter die . hervorragendste:! Agadisten zahlend, auch sonst in ihre Aussprüche und Gleichr:isse vielfach Lebe!: und Sitte ihrer griechischen und römische!: Umgebung hineinziehen. Es ist R. Levi, welcher die Sage von: Danaidenfaß und R. Jochanan, der die von der harrenden Penelope zu homiletischen Zwecken verwendet. Jemand miethet, — so sagt der Erstgenannte, — Arbeiter zur Füllnng eines gelöcherten Kessels;2) die Thörichten lassen sich von vornherein durch die Vergeblichkeit der Arbeit abschrecken, während die Kluge!: sprechen: Werden wir nicht für jedes ausgeleerte Schöpfgefäß bezahlt werde!:. So sei es auch bei!!! Studiun! der Thora; der Einfältige geht gar nicht daran, aus Furcht, das Gelernte wieder zu vergessen, während der Kluge auch für's verst Beiträge zur Sprach- und AltcrthumSforschung Bd. I. S. 51 f. *) Das seltene טרסקל wird mol ans dein gr. rqiaxsXiic als ein auf drei Beinen ruhender Kessel zn erklären sein.