Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 4 · p. Seite 185

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 4
Article
Geographische Aphorismen
Date
1871-01-01
Page
Seite 185 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2829132-2829402-2829407-2865756--13404-2865811
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Geographische Aphorismen. 185 II. Gareb. Ein wahres geographisches Räthsel war bisher die Stelle, Sanhedrin, 103 d: *?מגרב לשילה ג׳ מילין והיה עשן המערכה ועשן פס מיכה מתערבין זה בזה, worauf Herr Lebrecht, kritische Lese u. s. w. bereits aufmerksam machte. Die Stadt Gareb wird aber bei Jonathan, Jeremias 31, 39 erwähnt. Jonathan übersetzt nämlich die Stelle גבעה גרב für zwei Städtenamen: ער מטי לגבעתא דממיכא לגרב. Eine Stadt גבעת, im Stamme Benjamin und Ephraim, findet sich in Josua 18, 38 und 24, 33, und גרב dürfte also unweit von Gibath Pinchas gelegen sein u. z. in derNichtung gegen Schilo. Auch hier darf man die ג׳ מילין nicht so strikte nehmen, da es bei den Agadisten am wenigsten auf Genauigkeit ankam. Warum Jonathan aber den ganzen Vers eigenthümlich übersetzte גבעה גרב, Gibeath bei Gareb und ebenso געהה mit dem sonst nicht bekannten ברבה עגלה, ist freilich eine andere und schwer zu lösende Frage. — Vielleicht, hat es zwei Städte mit Namen Gareb gegeben, wovon eine in Ephraim lag 1). III. Keroba. Bei Herrn Neubauer 277 wird diese Stadt als Geburtsort des R. Alexander angeführt. קחבה, Heu natal de R. Alexandre, dans d’autres ediiions on lit קרובץ. Allein ein näheres Eingehen auf die allegirte Stelle, Wejikra rabba Ab. 19, zeigt klar und deutlich, daß קרובה kein Städtenamen, sondern ein Epitethon ist. ר׳ אלכמגררי קרובה heißt nichts anders, als R. Alexander, der Redner und Vorbeter, wie aus Aruch 8. v. קרוב und פייט ersichtlich ist. Bekanntlich werden die Piutim auch קרובוה oder irrthümlich קרומן genannt und daraus ist auch die falsche Lesart קרובץ im Midrasch entstanden. Vergl. Heidenheim Vorrede zu dessen Machsor-Ausgabe und Landau zu der citirten Aruch-Stelle. ') Herr Neubauer schlägt eine Emendation vor, nämlich für Schilo Jerusalem zu lesen: מגרב לירושלים; allein bei der Geschichte des Micha, Richter 17, stand gar kein Tempel in Jerusalem, sondern das Heiligthum war in Schilo!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.