Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Arabische Aeußerungen über Gebräuche der Juden beim Gebet und Studium
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 6)
- Language
- German
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Ueber Gebräuche der Juden beim Gebet und Studium 183 פי צלאתהא פוגרהא וגרא עטימא וקאל להא סמעיוז רצול אללה צלי אללה עליה וסלם יקול אדא קאם אחרכם פי צלאתה פליסכן אטראפה ולא יתמיל תמיל אליהוד פאן סכות אלאטראף מן תמאס ״ .אלצלאר!Wenn er (Abö Bekr) im Gebete begriffen war, so stand er ruhig wie abgeschnittenes Holz aus Denmth, die ihn iiberkam. Er sah einst die vmm Nsrwan, indem sie sich im Gebete hin und her neigte; da gab er ihr einen heftigen Verweis und sprach: ich hörte den Gesandten Gottes folgendes sagen: ״Wenn einer von euch zu Gebete steht, so mögen seine Hände und Beine ruhig bleiben, er neige sich nicht, wie dies die Inden thun, denn die Ruhe dieser Gliedmaßen gehört zur Vollkommenheit des Gebetes". Es wird in der That von vielen muhammedanischen Asceten in diesem und noch anderen Büchern, in welchen auf ihre Lebensweise näher eingegangen wird, die starre Unbeweglichkeit des Körpers während des Gebetes gerühmt; nichts konnte sie in ihrer Andacht stören. Sie bemerkten nicht die Skorpionen und Schlangen, welche ihre Füße verwundeten, die Könige und Fürsten, welche vor ihnen vorüberzogen — so tief waren sie in ihre Andacht versunken —, und wenn sie den Schmerz, den ihren Eindruck der Außenwelt beibrachten, auch fühlten, so wehrten sie die Ursache desselben nicht ab, bis sie ihr Gebet zu Ende gebracht hatten. Man wird unwillkürlich hiebei an Stellen aus dem Tr. Berakhöt erinnert. Die biographischen Werke wimmeln von Beispielen dieser Art; um nur eines anzuführen, erwähne ich Aluslim b. Jassär. Es wird ihm nacherzählt, daß er eine Feuersbrunst, die hart an seiner Seite ausbrach, als er betete, nicht wahrnahm, so daß er ein Opfer seiner übermäßigen Andacht geworden wäre, wenn nicht — durch ein Wunder — das ihm drohende Element von seiner Nähe abgebogen hätte; daß die Wand der Moschee, in welcher er sein Gebet verrichtete, einst vor ihm einstürzte, ohne daß er nach Beendigung der Andacht die leiseste Ahnung von dem Vorgefallenen gehabt hätte. Doch ein näheres Eingehen auf Erzählungen solcher Art liegt außerhalb der Aufgabe dieser Zeilen. Leipzig, Februar 1871.