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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 3 · p. Seite 133

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 3
Article
Der jerusalemische Talmud im Lichte Geiger'scher Hypothesen
Date
1871-01-01
Page
Seite 133 (sequence 14)
Language
German
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im Lichte Geiger'scher Hypothesen. 133 getrübt, und auch wohl nur, weil er Frankel, dem Vielgeschmähten, zu viel glaubt, weil er aus Sekundärquellen schöpft. Denn im Jeruschalmi verwirft R. Jizchak ausdrücklich die dort vorgebrachte Erklärung, ohne etwas Besseres an die Stelle zu setzen. Und dieser Frankel, den G. so vertrauensvoll benutzt, wie wird er ausgeschimpft, wenn er einmal eine etwas weniger haltbare Vermuthung ausspricht. Fast scheint es dann, als beanspruchte G. ein Monopol für vage Hypothesen. Friedmann hat in seiner Mechilta-Ausgäbe bei lebhafter Anerkennung der Frankel'schen Leistung, die Meinung, als hätte ein späterer, im Jeruschalini erivähnter R. Jsmael die Mechilta verfaßt, zurückgewiesen. Es rväre passend gewesen, zu erwähnen, daß Friedmann diesen Gegenstand schon besprochen hat. G. entlehnt die Sache und verschärft den Ton des Tadels bis in's Ungeziemende. Aber wer unter einem gläsernen Dache wohnt, sollte sich hüten, auf Andere mit Steinen zu werfen. Was lehrt denn Geiger über R. Jsmael? ״Derselbe hat einen halachischen Midrasch über den Leviticus verfaßt"; aber wo existirt er? er ist ״vielleicht absichtlich" verdrängt, ״weil er das priesterliche Interesse zu stark vertreten haben mag." Immer ist Kasteninteresse und eigennützige Absicht das Alles erklärende Motiv! Aber es wird auch bewiesen; nur nach dem Wie? darf man nicht fragen. Geiger's Zeitschrift Bd. 4, S. 105 heißt es: ״Jsmael war Priester und mochte deren Vorrechte nicht beschränken. Die babylo- Nische Gemara weiß dies zu würdigen und bringt einige Belege": Geiger kann dieselben vielfach vermehren, aber er führt aus dem reichen Vorrath uns einen an. Der Talmud (Chullin 49 s) sagt allerdings scherzhaft: Jsmael der Priester hilft den Priestern; aber wie kann es einen! nicht ganz oberflächlichen Leser entgehen, daß R. Nachmann b. Jizchak dort schließt, Jsmael habe diesen den Priestern günstigen Ausspruch nicht als eigene Meinung, sondern ausdrücklich als Tradition der Vorfahren bezeichnet, der er selbst sich nicht anschließe? Der andere Belag ist ein rein theoretisches Wort über den Priestersegen. Die babylonische Gemara muß das Geiger'sche Lob, daß sie die Priesterlichen Neigungen R. Jsmael's zu würdigen weiß, zurückweisen. Indessen es bleibt ja noch immer G.'s eigener reicher Vorrath

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