Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Stellung Joseph Al-Basir's in der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Stellung Joseph Al-Basir's in der jüdischen Religionsphilosophie. 118 ragende Bedeutung unseres Autors in der Entwickelung des Karäismus wird bezeugt durch die häufigen Anführungen seiner Schriften und Ansichten bei Jehuda Hadassi im Eschkol Hakkofer, Aaron b. Elia im Ez Chajim und Elia Baschiazi im Addereth Elisahu. Besonders erfolgreich war seine Opposition gegen die בעלי הריכוב, welche den Ehehindernissen der Verwandtschaft eine allzuweite Ausdehnung gegeben hatten, vielleicht deshalb, weil der in der karäischen ״Halacha" noch bei weitem höher geschätzte Jeschua b. Jehuda (Ab'ul-Farag FurkLn Jbn Assad) seinen Spuren folgte und die gegnerische Ansicht vollkommen in den Hintergrund drängte. Das Verzeichniß sämmtlicher Schriften Joseph's hat Pinsker in der letzten Anmerkung seiner Likkute Kadmonioth geboten. Es sind deren dreizehn, die von ihm zum Theil benutzt wurden, zum Theil aus Anführungen sich als Schriften unseres Autors kundgaben. Drei Schriften darunter von religionsphilosophischer Tendenz, nämlich das ססר נעימות mit dem arabischen Titel אלמחתוי, das מחכימת פתי und die שאלות ששאל אבו יעקב המלמד הגדול לחכמי עולם, לחכמי ישראל ולחכמי הגויים, die im Codex 41 Warn, der Leydner Bibliothek enthalten sind und von Steinschneider im Catal. bibl. Lugd. p. 16S u. ff., p. 179 u. ff., p. 184 u. ff. beschrieben wurden, haben wir aus diesem Codex copirt. Bei einer andern Gelegenheit werden wir das Verhältniß dieser drei Schriften zu einander ausführlich auseinandersetzen und dieselben für die Kenntniß des muslenntischen Kalam's und der muslemitischen Secten auszubeuten versuchen. Mancher bibliographische Punkt wäre noch zu berühren, doch wir lassen dies, bis wir unsere Copie des Leydner Codex mit den Codices Nr. 684, 687, 688 und 689 der Petersburger Bibliothek werden verglichen haben. Herr vr. Steinschneider in Berlin war so gütig, aus einer Copie des Firkowitz'schen Cataloges der von ihm verkauften hebräischen Handschriften, welche Herr Mandelstamur in Petersburg für Zunz besorgt hatte, mir die in Petersburg befindlichen Schriften Joseph Al-Basir's und die, welche ihm möglicherweise noch angehören mögen, genau anzugeben und zu bezeichnen. Für unfern diesmaligen Zweck, nämlich für die Untersuchung, welche religionsphilosophische Bedeutung wir wegen der oben 8*