Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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S2 Recensionen. sicherer Grundlage erreichen; kein Baumeister, und sei er noch so genial, kann ein Haus bauen ohne Bausteine. Deßhalb ist es auch Herrn Prof. Kämpf nicht gelungen, trotz seiner großen Gelehrsamkeit, trotz seiner Vertrautheit mit den semitischen Literaturen, ja trotz des bestechenden Scharfsinns, den er entwickelt, die Untersuchung über die Inschrift Mesa's abzuschließen. Diese Blätter haben im Aprilhest des vorigen Jahrgangs den Text der Inschrift mit Ergänzungen und Erklärungen von Neubauer gebracht, und wir beziehen uns auf diese geistvolle Abhandlung bei den wenigen Bemerkungen, die wir zur Kämps'schen Schrift zu machen beabsichtigen. Z. 3 am Schluß liest Kämpf במקו־כם, und ich errichtete dieses Denkmal dem Kemosch am Orte des Sieges. Da es jedoch aus der Inschrift nicht hervorgeht, daß das Denkmal auf dem Schlachtfelds aufgerichtet worden ist, so scheint uns Nöldecke's Ergänzung PL"!בנזר (und ich errichte dieses Denkmal, ein Denkmal des Sieges) zutreffender. Z. 4, denn er half mir מכל הישלכן versteht K. unter שלכן■' Sturzpelikan ungefähr wie wir metaphorisch sagen: er rettete mich aus den Klauen des Adlers. Doch verhält sich der Verfasser natürlich nicht abweisend gegen andere Erklärungen, wie er denn überhaupt vorsichtig seine Arbeit einen Versuch nennt und sich vor apodiktischen Behauptungen hütet. In den Zeilen 5, 6, 7 sieht Herr Prof. K. einen Hinweis auf die Unterjochung Moab's durch David und Salomo. Er schiebt demnach in die Lücke Schluß Z. 4 ע[מר בן יש]י ein. Seine übrigen Konjekturen in diesem Theil sind höchst geistvoll, aber gerade diese für den Sinn entscheidende will uns nicht ganz zusagen. Abgesehen davon, daß die Lücke nicht so groß ist, um ein solches Einschiebsel in sich aufnehmen zu können, ist auch der Sprung auf Omri etwas jäh. Vielleicht ist Z. 4 nach Analogie von מרר בע[מד בל, Z. 7 sodann אבר אבר zu lesen und der Sinn ungefähr so zu fassen: Es stand wider mich auf der König von Israel, nachdem sie schon lange Moab gequält hatten; und nach ihm sein Sohn; der sprach: ״ich will Moab zwingen und meine Lust sättigen an ihm und seinem Hause und Israel soll ewig vertilgen." Jetzt schließt sich der Passus von Omri passender an, da von den Triumphen Moab's noch nichts erwähnt ist.