Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Das Erdbeben in den Tagen Usia's
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 555 (sequence 7)
- Language
- German
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Das Erdbeben in den Tagen Usia's. 555 (Kap. 6, V. 11.) ״Denn sieh', der Herr gebeut, und er schlägt das große Haus in Trümmer, und das kleine in Splitter. In diesem Verse verkennt selbst Ewald nicht, daß das Bild von einem Erdbeben hergenourmen sei. Er macht nämlich hierzu die Bemerkung: ״Der Untergang beider Reiche ist vor Gott gewiß, ein einziger Schlag,׳oder Erdbeben wird sie beide erschüttern und zertrümmern." Daß dies jedoch mehr als ein bloßes rhetorisches Bild, daß es mit Bezug auf das wirkliche Erdbeben unter Usia gesagt sei, erkannte er nicht. (Kap. 7, V, 4.) ״Folgendes ließ der Herr mich schauen: Siehe es rief der Herr das Feuer zunr Streite; und es fraß den tiefen Abgrund und verzehrte ein Stück Land." Daß in dem Erdbeben eine vulkanische Macht sich offenbare, gehört zu den ältesten und neuesten Erdbebentheorien. Humboldt nennt die thätigen Vulkane ״Sicherheitsventile" gegen Erdbeben, deren Gefahr wächst, wenn die Oeffnungen der Vulkane verstopft sind (Kosmos I, 222). Und schon Strabo kennt diesen Causalnexus, er bemerkt über die Lavaergießende Spalte auf Euböa ״die Erdbeben hören auf, wenn der große Ausbruch erfolgt ift.* 1״)— Die drei, zu Anfang des Kap. 7 geschilderten Visionen des Propheten hätten hiermit einen geschichtlichen Hintergrund. Die erste bezieht sich auf die Heuschreckenplage unter Joel, woraus Amos auf Kap. 4, 9 hinweist;die zweite ans das Erdbeben; die dritte auf den völligen Untergang des Reiches Jsrael's. , (Kap. 8, V. 8.) Sollte darob die Erde nicht erzittern, (und jeder dar auf Wo hnende trauern), daß sie ganz wie der Nil aufsteigt. den Stand der höchsten Fluth. Es drang in die Straßen n. s. w. Dieselbe Bewegung zeigte sich an der ganzen Westküste der pyrenäischen Halbinsel. (cfr. Hoff: Veränderungen der Erdoberfläche). 1) So erwähnt Humboldt Voyage VI, 227), das; man bei dem Erdbeben von Cumana (1797) Flammen an den Ufern des Manzanares Hervorbrechen sah. Auch beim Lissabonner Erdbeben sah man aus der Erde Flammen aufsteigcn, gleich einem schnell angefachten Kohlenfeuer, (ibid.)