Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Etymologische Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und Alterthümer
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 457 (sequence 1)
- Language
- German
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Etymologische Studien 457 Llymol'ogijche Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und Uttertljümer. Von vr. I. Perles. iForisetzung.) ״Während einer Verfinsterung der Sonne (ich weiß nicht, ob auch des Mondes) pflegt man die B r u n n e n zu verdecken, weil sonst ihr Wasser unrein werden würde" (Grimm deutsche Myth. 670—71). Ein ähnlicher Glaube war auch in jüdischen Kreisen verbreitet, daß man während oes lieberganges der vier Jahreszeiten (תקופח) kein Wasser aus Flüssen und Brunnen zu trinken, überhaupt Nichts, was in unbedeckten Gefäßen bewahrt wurde, zu genießen pflegte, weil um diese Zeit ein atmosphärischer Blutstropfen offenstehende Speisen und Getränke vergiftet. R. Hat Gaon (starb 1038) u. A. kämpfen gegen diesen Aberglauben an (s. Brück rabbin. Ceremonialgebräuche 40 ff.). ״Mit dem ausgeschnittenen Rasen, auf welchem Fußstapfen stehen, kann Zauber geübt werden" (Grimm d. Myth. 610). ״So laß ich die Erde aus der Stelle ausschneiden, die sein Fuß berührte und hänge sie — in den Schornstein. . . . Sie wußte, daß ein solcher Zauber einen Abwesenden langsam zum Tod dahinsiechen läßt" (Gutzkow der Zauberer von Rom, Leipzig 1860, VIII, 144—45). Dieser Aberglaube wird bereits im Talmud erwähnt, Cholin 7 b: Eine Frau bemühte sich. Staub unter den Fußtritten des R. Chanina zu nehmen (um es ihm anzuthun). Da sagte er zu ihr: laß es, Du wirst doch gegen den allwaltenden göttlichen Schutz Nichts auszurichten vermögen. Eine Berührung der Anschauungen ist auf den verschiedensten Gebieten nachweisbar, ohne daß sich freilich immer der Weg, auf dem die Anschauung aus dem einen Kreise in den anderen