Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Biographie Agrippa II.
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 434 (sequence 2)
- Language
- German
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434 Biographie Agrippa II. benden Höflinge. Und in der That, kaum hatte Agrippa die Angen geschlossen und somit sein persönliches Ansehen beim Kaiser aufgehört, als sich die Macht seiner Feinde sofort in übler Weise geltend machte. Im Anfang, in der ersten Aufregung über den plötzlichen Tod des Freundes, dem er den Thron verdankte, besaß Claudius Selbstbewußtsein genug, die Einwohner von Cäsarea und die daselbst garnisonirenden kaiserlichen Garden (Zsßacmjvol oder Augustani) 1j, die sich freche Beschimpfungen des eben Verstorbenen erlaubt hatten, auf's strengste bestrafen und den: ältesten siebenzehnjährigen Sohne Agrippa's (geb. 27 n. Ehr.), der denselben Namen wie sein Vater führte, sofort die Regierung von Palästina übertragen zu wollen 2). Doch die Hosschranzen kannten den Charakter des Kaisers genau. Sie wußten, wie leicht der alte mißtrauische Mann gehässigen Zuflüstemngen geneigtes Ohr lieh, und es kostete wenig Mühe, Claudius gerade das Umgekehrte seiner ursprünglichen Absicht thun zu lassen. Die Truppen, die das Andenken des Tahingeschiedenen geschmäht hatten, durften nicht nach dem Pontus versetzt werden. Sie mußten grade deswegen, weil sie den Juden verhaßt waren, im Lande bleiben. Der junge Agrippa durfte jetzt um keinen Preis seinem Vater in der Regierung folgen, er mußte auf einmal zur Regierung zu jung geworden sein, ja er durfte nicht einmal nach Palästina gehen, sondern mußte weiter unthätig im kaiserlichem Palaste zurückbleiben. Josephus erzählt das alles in großer Kürze und bemüht sich sogar, das Benehmen des Kaisers in rosenfarbeuem Lichte erscheinen zu lassen, aber eben diese Kürze verräth Alles. י) Jos. Arcli. XIX, 9, 1. י) ibid. 2 und bell. jud. II, 11, 6. Nach Josephus befand sich Agrippa II. zur Zeit des Todes seines Vaters in Rom (87cV Pw(j17jg ojv iv r<p XQOVw rovnp), während Photius, bibl. gr. cod. 238 (Excerpt aus Josephus) ungenau angiebt, er sei erst nach des Vaters Tode nach Rom gegangen: on *Aygtmtag o rov *Ayolnnti. reuig TaXsvTrjtyavrog aviov rov narqog aig cP06fwj׳v änaiQSi.