Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Beiträge zum Verständniß der Genealogien der Chronik
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 343 (sequence 7)
- Language
- German
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Beitrags zum Verständnis; der Genealogien der Chronik. 343 Vernichtung des vereinigten Heeres der fünf Könige als Zeitpunkt attgesehen werden, an welchenr die gibeonitische Republik ihre Selbstständigkeit eingebüßt hat. Denn sowohl zum Schutze ihrer Bundesgenossen, wie zur eigenen Sicherheit vor nördlichen, südlichen und westlichen Feinden, war es ein Gebot der berechnenden Vorsicht, Besatzungen in die befestigten Gibeonitenstädte zu legen, zumal sich das israelitische Heer nach dem großen Siege bei G i b e o n zunächst der westlich belegenen Ebene und dann nach Süden, dein Gebirge zu wandte. Da nun der Vernichtungskampf mehrere Jahre dauerte (Jos. 11, 18), so hatten die Besatzungen Zeit und Gelegenheit genug, sich in den Gibeonitenstädten durch Heranziehen ihrer Familien einheimisch zu machen, sich in denselben häuslich einzurichten und allmälia die Herrschaft in diesen Städten zu behaupten. Dieses eben dargestellte Sachverhältniß liegt in der Natur der Sache, nämlich in der von jeher bei allen kriegführenden Völkern geübten Vorsicht, selbst neutrale Städte zuin eigenen Schutze mit Besatzungen zu belegen. Es kann sonach ohne anderweiten geschichtlichen Beweis mit Sicherheit angenommen werden, daß Josua und die Aeltesten zum Schutze ihres weiterrüäenden Heeres, wie zur Sicherheit ihrer Bundesgenossen vor einfallenden nördlichen oder westlichen Feinden in den befestigten Städten der Gibeoniten Besatzungen gelegt haben. Gehen wir näher darauf ein. 1. Von den vier der gibeonitischen Republik gehörigen Städten war nämlich Gibeon, Beeroth und Kirjath-Jearim wohl nach Bedürfniß jener Zeit befestigt. Bei der letztgenannten Stadt weist Kirjath darauf hin, daß sie von außen gesichert gewesen. Von der Stadt Gibeon ist Josua 10, 2 sogar ausgesagt, daß sie nicht blos eine große Stadt, sondern auch gleich einer Restdenz, oder mit andern Worten, stark befestigt war. Was Bee r oth betrifft, so findet sich freilich nirgends ein direkter Beweis für die Befestigung desselben. Gerade bei diesen drei Gibeoniten-