Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / gn.
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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Recensionen 285 Studien über Tanchum Jeruschalmi von Ignaz Goldziher, 69nck. Orient. — Leipzig 1870, Commissionsverlag von List & Franke. VIII, 56 S. deutsch, 16 S. arabisch. (Schluß.) An diesen letzteren wenden wir uns jetzt. Nach einem allgemein gehaltenen Ueberblicke über die Geschichte jüdischer Sprachforschung und Exegese mit Hervorhebung der Einschnitte, die in dieselbe die Repräsentanten dreier verschiedenen Methoden, der logischen, enpirischen und wissenschaftlich-systematischen — Jbn G'anach, Kimchi und Efodi — machen, bespricht der Vers, zuerst ״Tanchums Lebenszeit und Quellen." Freilich giebt er hier nicht neue Aufschlüsse, und sein Beweis, daß Tanchum nach Kimchi gelebt, wird wohl Niemanden befriedigen. Führt auch Tanchum eine messianische Deutung des dritten Kapitels von Habakuk, welche auch bei Kimchi zu finden ist, als Ansicht eines Vorgängers an, so war diese Erklärungsweise bei der damaligen religiösen Richtung zu natürlich, als daß nicht auch jeder andere Exeget auf sie hätte kommen können. Uns scheint eine überzeugendere Kraft dem Beweise von Prof. Graetz innezuwohnen; wenn der Vrf. dagegen einwendet, daß die Erwähnung eines spezieller: Fakturns bei Tanchum auch auf die Almohaden-Verfolgung sich beziehen könne, so beachtet er eben nicht, daß Tanchum, nach dem Beinamen zu schließen, auf palästinensischem Boden lebte, bis wohin jene Verfolgung sich nicht erstreckt hat. — Am interessantesten ist der zweite Abschnitt ״über Tanchum als Philolog und Exeget". Hier wird zunächst aus den wenigen bisher edirten Commentarien Tanchums der ungefähre Inhalt der verloren gegangenen Einleitung zu denselben entwickelt, welche, wie gezeigt wird, überwiegend grammatischer Natur war und u. A. auch eine Anseinan- Versetzung über Verwandtschaft des Hebr. u. Arab. enthielt; dann wird eingehend der Geist des Kornmentars u. T. Verhältniß zu den Targumim, der Agada (nicht Aggadu!) und der Tradition behandelt. — Der dritte Abschnitt giebt die im Besitze vor: vr. Steinschneider befindliche Einleitung zu T. Glossar zu des Maimuni Jad Hachasaka auszüglich in Uebersetzung, das dem Inhalt nach Interessantere auch im arab. Wortlaute wieder; aus dieser Einleitung ist besonders die von T. gegen den Aruch geübte Kritik, aus welcher er die Berechtigung zur Abfassung des Glossars herleitet.