Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 7)
- Language
- German
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284 Recensionen. gerade so sicher, wie die dem R. Simon ben Jochai bezüglich des Sohar zugeschriebene! (Vergl. auch S. 67). Und sagt denn selbst Maimuni, das; unsere Mechiltha das Werk Jsmael's sei? Selbst nach Herrn F.'s Erklärung vor! Maimuni's Notiz, die übrigens mehr eine Art ״Zurechtlegung" (יישוב) ist, muß die ismaelische Mechiltha Maimuni's erst aus den Talmüden zusammengesucht werden, wobei wir dennoch zuletzt das Nachsehen auf einen ״verlorenen Rest" haben! (S. 71). — Inzwischen enthält diese Einleitung schöne und lesenswerthe Bemerkungen, worüber der Verf. eigenthümlicherweise erst gegen Ende (S. 85) ein kleines Register giebt. In den begleitenden Noten sind uns bei der Durchsicht einige Stellen aufgestoßen, denen wir noch eine kurze Besprechung widmen wollen. Schira Kap. 4 ist die schöne Stelle zu מרכבות פרעה mißverstanden. Die Stelle enthält nur die feinsinnige Bemerkung, daß im ganzen Liede Pharao nicht anders als nur beiläufig, genannt wird. Man sagt: Cäsar ging über den Rubikon, nicht Cäsars Heer. Im Liede aber heißt es nur ״die Wagen Pharao's und seine Reiterei." Es wird ihm nicht einmal die Ehre zu Theil, den Hauptgegenstand des Triumphes zu bilden. Das ist die Strafe dafür, daß er so verächtlich von Gott gesagt: ״Wer ist Gott, daß ich auf seine Stimme hören sott?" Nesikin Kap. 16 zu אם מרף läßt sich die Erklärung des schwierigen Wortes ערר für Haut nur schwer sparchlich, und sachlich gar nicht begründen. Dem; der Löwe wird nicht erst dem Thiere die Haut abziehen, bevor er es verzehrt, unr sie dem Hirten als eorpu8 delicti übrig zu lassen. Das Prophetenwort spricht naturwahr von Gliedmaßen. Daher ist es am besten, man korrigirt אבר, wofür auch die Bibelkommentare sprechen. — Der Styl des Verf. ist im allgemeinen klar und einfach. Nur hier und da stört den ruhigen wissenschaftlichen Ton ein befremdendes Pathos, wie חי ה׳ אשר 76 .6) עשה ליאת הנפש שאין הדבר כן), oder ein etwas antikes Selbstbewußtsein, wie wenn Herr F. gleich nach Anführung eurer Stelle aus Or sarua widerlegend sagt: ואני מאיר איש שלום אומר וכר. Das sind allerdings nur Nebendinge; aber sie können vernrieden werden, darum sei hier darauf aufmerksam gemacht. Schließlich wollen wir alle Leser dieser Zeilen dringend einladen, das Buch zu kaufen. Herr F. hat neben größer Anstrengung auch Geldopfer für die Herstellung seines Buches nicht gescheut, so daß er neben der moralischen auch eine materielle Arrerkennung wohl verdient. Dem Buche ist ein von Herrn Groag ausgearbeitetet sehr ausführliches Versregister beigegeben. Wien, 16. Mai 1870. G ü d e m a n n.