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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 6 · p. Seite 277

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 6
Article
[Das französische Judenthum ...]
Date
1870-01-01
Page
Seite 277 (sequence 2)
Language
German
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Correspondenz. 277 Rednergabe, die auf Herz und Geist wirkt, ohne ihre Zuflucht zu den vulgären Künsten der Rhethorik nehmen zu brauchen. Die Wirkung, die er auf seine Zuhörer macht, ist keine blos momentaue, sondern eine bleibende, weil sie nicht die Folge einer eitlen Effektenhascherei, sondern das natürliche Resultat eines reichen, innern Schatzes von Gedanken und Gefühlen ist, die wie aus einer unerschöpflichen Quelle fließen. Ein klangvolles, sympathisches Organ erspart ihn! überdies jede sichtliche Anstrengung. Auf seine Anregung hin und unter der Aegide des franzöfischen Rabbinats ist seit Anfang d. I. hier eine jüdische Wochenschrift, unter dem Titel Revue isradite gegründet worden, welche von Isidore Löb mit großer Umsicht redigirt wird. Es ist die erste jüdische Zeitschrift von wissenschaftlichem Charakter und gediegener, freisinniger Tendenz, welche in Frankreich erscheint; sie ist weder mit hohlen Inste-milieu-Phrasen, wie die Archives israölites, noch mit Bannstrahlen, die nicht mehr zünden, wie das vnivers israölite angefüllt, sondern geht auf die Streitfragen der Gegenwart, sowohl auf die theoretischen, wie auf die praktischeu ein, ohne sie vorschnell, bevor sie zur Reife gediehen sind, abschließen zu wollen. Die Redaktion kennt zu sehr die Tiefe dieser Fragen, um sich, gleich unfern banalen Rationalisten oder blinden Orthodoxen, einen aburtheilenden Richterspruch über dieselben zu erlauben. Isidore Löb hat sich neulich offen darüber ausgesprochen: ״Die Versuche," sagte er, ״welche man heute macht in der Absicht, alle Religionen zu verschmelzen und sie zu diesem Zwecke mittelst gegenseitiger Concessionen einander zu nähern, sind verfrüht und werden zu nichts führen. Die Uebereinstimmung im Glauben.wird sich nur ergeben in Folge außerordentlicher Ereignisse und einer radikalen Umgestaltung der Bedingungen des Lebens und des Denkens." Diese Ansicht, die, wie Sie wissen, stets auch die meinige ivar, steht allerdings in sonderbarem Widerspruch mit dem Lobe, welches derselbe Redakteur in frühern Nummern seiner Zeitschrift dem Verfasser der ״drei Töchter der Bibel" ertheilt hat. Glücksicher lenkte die Revue ihre Barke durch die Klippen der Polemik, welche eine kleine Schrift des belgischen Oberrabiners Aristide Astruc (ehemaligenRabbiners der hiesigen portugiesischen Gemeinde)

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