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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 6 · p. Seite 269

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 6
Article
Gedalja, Sohn Achikam's, Dauer seiner Statthalterschaft und Datum seines gewaltsamen Todes
Date
1870-01-01
Page
Seite 269 (sequence 2)
Language
German
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und Datum seines gewaltsamen Todes. 26!) Judäer und, wie es scheint, auch lleberreste von Israel selbst ans Sichern und Samaria zum Opfern wallfahrteten (41, ö)^). Es war nicht eine einfache Alterstätte (,במו־), sondern ein ummauerter Tempel (,בית ה). Schon aus diesem einzigen Umstande würde folgen, daß die Zwischenzeit — zwischen der Zerstörung Jernsalems und Gedalja's Tod — mehr als zwei Monate betragen haben nrüsse. Tenn in dieser kurzen Zeitspairne kann nicht, besonders in der Zeit der Aufregung nach der Katastrophe, eine Art Tempel erbaut worden, und können nicht die entfernt Wohnenden davon angezogerr wordeir sein, imr ihre Opfer und Gelübde dahin zu bririgen. — Bei Gedalja waren Anfangs nur die besitzlosen Landbewohner (רלת עם הארץ), rvelche der chaldäische Feldherr als Ackerbauer und Winzer zurückgelassen hatte. Ohne Zweifel wttrden ihnerr Ackerparzellen zugewiesen, die sie zugleich für die Chaldäer ausbeuten sollten. Es ist nicht zu verkennen, daß der Eroberer Nebuchadnezar nur deßwegen Judäa nicht ganz entvölkern lassen wollte, nur hier eine Etapeirstraße für deir von ihm beabsichtigten Kriegeszug nach Egypten, woran sein Ehrgeiz hing, zu haben. Zn diesem Zwecke waren auch Chaldäer im Lande zurückgeblieben, denen wahrscheinlich die Rolle zngewiesen war, die judäische Colonie zu überwachen und die Feinde abzuwehren. Es' war eine Art chaldäische Gensdarmerie. Wahrscheinlich sollten sie auch die zersprengten Schaaren, welche sich noch in den Bergen, Höhlen und Wtisten hcrnmtrieben, wie die Zeloten nach der Zerstörung Jerusalems unter Titus, verfolgen und unschädlich machen. Wiederholentliä! wird in unserer Quelle von den Kriegshanptleuten (שרי החילים) gesprochen, die im Freien (בשרה) d. h. nicht in Städten, hausten. Diesen Zustand schildert das fünfte Klagelied deutlich. Zwei tragische Momente beklagt es. Einerseits, daß das Land nicht inehr Eigenthum der Bewohner ist, sondern vom Feinde angeeignet wurde, und daß die Ureigenthümer für die Fremden arbeiten müssen, und andererseits, daß der Nest der Bevölkerung ') Es ist durchaus undenkbar, daß die Männer aus Samaria, Sichern Schilo zunr Tempel nach Jerusalem nach dessen Zerstörung gcwallfahrtet sein und keine Kunde von dessen Einäscherung gehabt haben sollten.

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