Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Eine Kleinigkeit zur palästinensischen Geographie
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 2)
- Language
- German
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228 Eine Kleinigkeit zur palästinensischen Geographie. behauptet nämlich, es bedurfte keiner besonderer Zeichen, um dem Hohenpriester die Anzeige zu machen, daß der Sündenbock in der Wüste eingetroffen sei, da die Vornehinen Jerusalems den Träger desselben eine Station, eine römische Mille, zu begleiten pflegten. Man brauchte also nur die Zeit ihres Ztlges und ihrer Rückkehr zu berechnen, und die Zeit dazu zu addiren, welche man braucht, um noch eine Mille zurückzulegm, um das Maaß von 3 Millien zu haben, in welchem der Träger des Siindenbockes bis בית חחח, den Anfang der Wüste, gelangt sein. müsse. Auffallend ist es, daß dieser durch einen eigenen Namen bezeichnete Punkt so nahe bei Jerusalem anderweitig nicht bekannt ist. Er dürfte aber als sehr bekannt erscheinen, wenn nian die richtige Leseart ermittelt. Daß das Wort durch eine Corruptel entstellt sein muß, erkennt man schon aus der Leseart des Jerus. Talmud z. St., welche בית חורון lautet. Freilich auch diese L.A. kann nicht richtig sein, da einmal Bethoron weiter als 3 Millien von Jerusalem entfernt war, und dann der Sülrdenbock nicht auf diesem Wege zur Wiiste gebracht wurde. Unter מרבד, von welchem im Pentateuch und in der Mischnah in Verbindung mit den: Sündenbocke die Rede ist, kann nur die Wüste Juda verstanden sein, und diese lag ö st l i ch und rächt rrordwestlich von Jerusalern in der Richtung von Bethoron. — Uebrigens hatten die gaonäischen Codices 0 בית הרוח. Arnch. 8. v. תרד urrd Respp. Gaonim eck. Cassel p. 35 s. Nr. 110. ומעשה החרים לא שמענו מרבותינו . ... וכך אנו שונין ג׳ מילין מירושלים עד בית הרו רו). Um die Verderbtheit der Lesearten zu vervollständigen, hat das Pseudojonathanische Targum in der Princeps-Edition von 1590 gar die Leseart ההורי (s. Levy, chald. Lexicon I p. 195 b). Indessen giebt diese Leseart הרורי in Verbindung mit der gaonäischen Angabe das Richtige an die Hand. Hat בית החרו ursprünglich gleich מעשה הירודים oder החרים gelautet, wie in Respp. Gaonn. angedeuket ist, so ist die Combination leicht. Es bedarf gar nicht des Aufwandes von Gelehrsamkeit, um zu wissen, daß מעשה הירודים oder החרים eine falsche Leseart für מעשה הוררום ist. So brandmarken die talmudischen Quellen das Unnatürliche an Herodes, daß dieser mit der Leiche seiner Frau Mariamne den Coitus begangen habe. Wie מעשה הודרום, muß