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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 4 · p. Seite 192

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 4
Article
Analekten.
Date
1870-01-01
Page
Seite 192 (sequence 2)
Language
German
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192 Analekten. Uebereinstimmung derselben mit der Lehre Jesu.. VI.—X. Von Pilatus, Caiphas, dem Jahrhundert der Ausgleichung, von der messianischen Unabhängigkeit Israels, von dem politischen Messianismus Jesu. Wir müssen uns versagen, Auszüge aus diesem anziehenden Buche zu geben. Aber der Ausgangspunkt soll angedeutet werden, weil er.'zum Verständnis; des Christenthums in den ersteil zwei Jahrhunderten und seiner Beziehung zuur Jüdenthum beiträgt. ״Drei entgegengesetzte Lehren, drei mit einander rivalisirende Doctrinen stehen in den Evangelien neben einander . . . Die eine Lehre ist die, welche vom Judenchristenthum, von den unmittelbaren Jüngern bekannt worden ist, die vom Judenthum, dem pharisäischen Judenthume, nicht abwich. Das ist der Ursprung. Die Paulinisten, die sich der Bekehrung der Heiden widmeten, waren genöthigt, mit den Ideen, Bräuchen und Vorurtheilen Derer, an die sie sich wendeten, zu paktisiren, ihre Sprache zu reden, um sich ihnen verständlich zu machen. Die Johannisten, genöthigt, sich mit den Gnostikern zu versöhnen, mußten ebenfalls mit den Ideen, Bräuchen und Vorurtheilen Derer, an die sie sich wendeten, paktisiren und ihre Sprache reden". Das sind die drei Strömungen, welche in der Geschichte des Urchristenthums lmd in den Schriften der Evangelien und Episteln wahrgenommen werden, obwohl sie sich mit einander so vermischen, daß.man sie für eine einzige gehalten hat. Die deutsche oder die Tübinger Schule hat bisher nur zwei antagonistische Elemente in den neutestamentlichen Schriften gefunden. Mit Recht betont Hr. Rodrigues, daß neben den: g e se tz e sstrengen Judenchristenthum und dem gesetzesfeindlichen Paulinismus noch ein drittes Element wirksam war und auf die Evangelien oder Legendenbildung influirt hat — das gnostische Element, im Johannesevangelium vertreten. — Beachtenswerth ist das Capitel über Hillel, worin der Verf. mit historischen und psychologischen Argunrenten beweist, daß Jesus geradezu ein Jünger Hillels war. — Die zweite Partie beschäftigt sich mit den Prologomena zum Prozeß Jesu, gegen die Manches einzuwenden wäre, was aber zu weitläufig werden dürfte.

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