Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Lilith, Königin von Smargad
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 3)
- Language
- German
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Lilith, Königin von Smargad. 189 stadt zu denken haben, als deren Königin die Lilith erscheint? — 'Daß diese Letzteren im Volksglauben der damiligen Juden wirklich für die Königin der weiblichen Dämonen galt, geht aus einer Beschwörung hervor, welche von Layard unter den Ruinen Babylons als Inschrift eines Topfes gefunden winde, und die Prof. Levy als jüdisch und im 7. Jahrhundert abgefaßt erklärt 1 2). Daselbst wird nämlich neben dem ״König der Schedim, der Döven" die ״Herrschaft der Lilith" genannt, die also unter den weiblichen Dämonen denselben Rang einnimnrt, wie Aschmodai unter den männlichen. Wie nunmehr Lilith, die Königin von Smargad, mit der Königin von Saba identisicirt werden konnte, erklärt sich aus Beider ähnlichein Verhältnisse zum König Salomo. Als allmächtiger Beherrscher der Geister kennt denselben mit dem ganzen Morgenlande auch die jüdische Sage. Ja, die erwähnte Inschrift bezeichnet ihn ausdrücklich als Gebieter der beiden Geisterfürsten, also auch der Lilith. In eine unterwürfige Beziehung zu Salomo wird aber auch Bilkis, die sabäische Fürstin gebracht 2); so daß die Verschmelzung Beider in eine Person sehr leicht zu begreifen ist. Nehmen wir noch hinzu, daß ein an טבא> anklingendes Wort wirklich als Edelstein bekannt war, daß man also Grund hatte, die Juwelenstadt des Dämonenlandes mit dem ״Smaragdland" für Eines zu halten 3), so erklärt sich diese Verschmelzung noch besser. — Daß eine solche auch in der mohammedanischen Sage Statt gefunden hat, läßt sich aus dem Umstände ersehen, daß als Mutter der Bilkis, deren Vater ein arabischer Fürst war, eine Peri genannt wird 4). Wilhelm Bacher. ') S. Zeitschrift der Deutsch-Morgenländ. Gesellsch. Bd. IX. S. 465 ff. 2) Siehe besonders KorLn, Sure 27. v. 32 und Targum Scheni zu Esther am Anfang. 3) Der Targmnist zu Hiob überseht auch weiter K. S שבא mit זמרגד. *) Siehe Rosenzweig Jussnf und Zulcicha a. a. O.