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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 4 · p. Seite 188

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 4
Article
Lilith, Königin von Smargad
Date
1870-01-01
Page
Seite 188 (sequence 2)
Language
German
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188 Lilith, Königin von Smargad. Königin von Saba identisicirt werden? Eine Seite der Frage, nämlich des ״Smargad" glaubt Levy im chald. Lexicon (S. v. ומר^ר) dahin zu beantworten, daß שבא mit שבו verwechselt wurde, welcher Edelstein in Exodus 28, 19 mit Smaragd wiedergegeben wird. Doch abgesehen davon, daß damit der Name Lilith nicht erklärt wird, bleibt auch das unaufgehellt, wie man überhaupt dazu kam, ein Land nach einem Edelstein zu nenneu, diesem Lande eine Königin Lilith zu geben und dann Leide nach dem glüälichen Arabien zu versetzen. In folgenden Zeilen soll dies nun aufgeklärt werden. Im babylonischen Talmud erscheint Lilith als weiblicher Dämon und zwar als Mutter des Uhriman (חורמן בר לילית Baba Bathra 73 a, vgl. Syuhedrin 39 a), und als Repräsentautin alles Bösen (Sabbath 151 b). Schon das erste Beispiel beweist, daß dieser Dämon dem. persischen Sagenkreise entnonnuen ist, in welchem sie eine hervorragende Stellung einnimmt; wobei natürlich unbestritten ist, daß der biblische Name (Jesaias 34, 14) ihm erst bei der jüdischen Entlehnung gegeben wurde. Nun kennt die persische Mythologie wirklich weibliche böse Geister, die von ihrer geflügelten Gestalt Pari oder Peri genannt wurden *) und die bei Firdüsi noch in Gemeinschaft wilder Thiere erwähnt sind a), ähnlich wie die biblische Lilith * 2 3 4). Daß die Lilith des Talmud in der Thal zu diesen Peri's gehörte, ist aus eiuer Stelle ersichtlich, wo sie als eine mit Flügeln versehene Mißgestalt gedacht wird (Nidda 24 d). Damit stimmt denn auch, daß Lilith andererseits als schönes Weib erscheint, so wie die Pari's in der späteren Sagenenüvickelung als höchst schöne und wohlthätige Luftgestalten geschildert werden*). — Nun wohnen diese Pari's der Perser in drei Städten des Dämonenlandes, deren eine die Jnwelenstadt (gher iibäd) heißt. Liegt es nun nicht nahe, daß wir unter unseren Smargad eben diese Juwelen- ’) Par persisch: Flügel s. Vullers Lexicon II, S. 353. 2) Schähnäme cd. Mohl cap. I v. 63. 3) Auch die syrischen Lexieographen Var Vaälül mrd Var ‘Ali erklären Lilith als einen Dämon in Gestalt eines Weibes; s. Gesenius' Comm. zu Jes. 3t, 14. 4) Rosenzweig, Jussuf und Zuleicha S. 194, Zllm. M.

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