Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 18)
- Language
- German
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162 Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1—15, 22. Punkte in der Wiederholung und dem ursprünglichen Berichte (11 und 12) sind von den verschiedenen Absichten bedingt, die beiden zu Grunde liegen. In dem Berichte knüpft die Auffor-׳ derung au die muthlosen Aeußernngen Mose's an (5, 22 und 23), die ihren Ursprung in der Geistererschlaffung des Volkes haben. Die Aufforderung lautet daher bestimmt: Mose möge sich nicht entmuthigen lassen, er solle vielmehr direkt an Pharao die Forderung stellen, Israel ziehen zu lassen (11). Mose weigert sich, dies zu thun und sucht die Weigerung mit der gemachten Erfahrung zu entschuldigen, das, die schädliche Wirkung seines Maugels an Beredsamkeit erst ja vor Kurzem bei seinem Auftreten bei dem Volke, so deutlich all den Tag gekommen sei (והן בני ישראל לא שמעו אלי); wie sollte er nun für eine solche Mission au Pharao geeignet sein ' Die Wiederholung aber, die nur eine Wicke ausfüllen lvill, und daher ihr Auge mehr auf den bald eintretenden zweiten Abschnitt, als auf den abgelaufenen gerichtet halt, giebt die Aufforderung in allgeineinen Ausdrücken (את כל אשר אני רבר) und läßt in der verweigernden Antwort das in dem ursprünglichen Berichte mitgetheilte Moment (הן בני ישראל לא שמעו אלי) weg. 7, 1—6 hat demnach eine zweifache Bedeutung. Einerseits bildet dieses Stück den Eingang des zweiten Abschnittes und andererseits ist es eine nothwendige Ergänzung der Genealogie. Und in letzter Beziehung liegen auch dem dritten Theile des bewußten Berichtes pragmatische Absichten zu Grunde. Und da augenblicklich die Berichterstattung vorzüglich die pragmatische, und erst in zweiter Reihe die historische Seite des Berichtes berücksichtigt, so ist es kein Wunder, daß sich am Schlüsse derselben (B. 6) die Nachklänge der gehobenen Stimmung, die sich in V. 28 und 27 kund gab, vernehmen lassen: und Mose und Ahron waren auch des göttlichen Vertrauens vollkommen würdig; denn sie haben ihren Auftrag glänzend gelöst. Die Genealogie ergänzend und abschließend giebt.V. 7 das augenblickliche Lebensalter der großen Männer an. (Schluß folgt.)