Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Analekten zur Geschichte der Juden in Hildesheim
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 1)
- Language
- German
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Analekten zur Geschichte der Juden in Hildesheim. 123 nommen worden sind, darüber siild keine Nachrichten vorhanden'). Die in der Stadt noch jetzt vorhandene Judenstraße a) wurde des Nachts durch Thore verschlossen, wie noch jetzt an Ueberbleibseln zu schauen ist. An einem Hause befindet sich die hebr. Inschrift .׳ui אם ה׳ לא יבנה בית Ps. 127, V. 1 über die ganze Breite des Hauses in leserlicher und deutlicher Schrift verzeichnet. Im Jahre 1258 wurde, wie Lauenstein in seiner Hist. dipt. episc. Hild. erzählt, den Juden in Hildesheim der Schutz und das Geleite aufgekündigt, und die Folge davon war, daß sie damals die Stadt verlassen mußten 3). 1351 gab ihnen Fürstbischof Heinrich in der Neustadt einen Begräbnißplatz, der ihnen 1457 wieder abgenommen wurde; es wurde auf dem Platze die St. Annenkirche gebaut, und die jüdischen Leichensteine wurden zu den Mauern verwandt^). Im Jahre 1383 legten die Juden in Hildesheim gegen einen jährlichen Erbzins einen Tempel an * * 3 4 5). Der Erbzins betrug jährlich 4 Mark irr 2 Raten. ') Es ist zu vermuthen, daß in Hildesheim, das von dem judenfreundlichen Ludwig dem Frommen gegründet wurde (cf. Analista Saxo bei Eccarcl. Corp. bist. Med. Aevi Tom I, pag. 182 ff), die Juden bei dessen Gründung schon Aufnahme gefunden haben. *) Eine belebte enge Gasse, in welcher seit vielen Jahren kein einziger Jude mehr wohnt. 3) Wohin sie übrigens wahrscheinlich bald wieder zurückkehrten, indem die Verbreitrmgen gewöhnlich nur in der Absicht geschahen, von den Juden Geld Zu erpressen. 4) Als in den dreißiger Jahren die verfallene Kirche abgerissen, und der Platz zu Privatbauten verkauft wurde, wurde es auf unverzeihliche Weise verfehlt, von den Steinen wenigstens eine Abschrift zu nehmen. Die Steine wurden wie gewöhnliche Mauersteine von den Besitzern weiter verwendet. 5) Ob dies, wie der Vf. glaubt, der Tempel am Lattenberge war, der hinter 3 Gemeindehäusern gestanden hatte, und der vor einigen Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen werden mußte, ist sehr zweifelhaft, indem nach einer in dem städtischen Archive zu Hildesheim vorhandenen Urkunde vom Jahre 1611 der in der Geschichte der Syn.-Gem. Hildesheim eine bedeutende Rolle spielende Jude Nathan Schay (von dem noch ein antiquarisch-merkwürdiges פרכת zur ברית מילה in der Gemeinde vorhanden ist). Diese 3 Häuser ״von Einen: Ehrenvesten und Wohlweisen Rhat und 24 Mann dieser Stadt Hildesheimb, seinen großmüthigen gebietenden Herrn