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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 3 · p. Seite 113

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 3
Article
Das Gottvertrauen der Anawim in den Stürmen unserer Zeit
Date
1870-01-01
Page
Seite 113 (sequence 1)
Language
German
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Das Gottvertrauen der Anawim in beit Stürmen unserer Zeit. 113 Aas Holtvertrauen der Unawim in den Stürmen unserer Zeit. Es ist eine stehende Redensart geworden, daß unsere Zeit eine religiöse Neugestaltung vorbereite. Und dennoch, wenn wir die verschiedenen Bewegungen näher in's Auge fassen, die in der Neuzeit und schon seit mehreren Jahrhunderten, auf religiösem oder philosophische»: Gebiete vor sich gehen, was erblicken wir? — Die Reformation hat einen langen und mächtigen Anlauf genommen, um das Christenthun: umzugestalten, die ganze civilisirte Welt in Bewegung gesetzt und in: Namen der Bibel die verknöcherten oder verfaulten kirchlichen Jnstitutionei: des Mittelalters in der einen Hälfte der Welt gesprengt, in der andern untergraben. Hat sie eine religiöse Neugestaltung in der modernen Gesellschaft hervorgerufen? — Sie hat eine neue Verknöcherung, eine neue Fäulnis; erzeugt, welche, nachdem sie verschiedene Stadien durchlaufen, einerseits in eiuei: heuchlerischen, mit dei: Resten des mittelalterlichen Feudalismus verbundenen Pietismus, andererseits in einen ledernen Rationalismus gemündet haben. Das evidenteste und allgemeinste Resultat des Reforn:- sturnies ist der »:oderne Unglauben. Von einer religiösen Wiedergeburt keine Spur. Dann nahmen > die politischen und sozialen Bewegungen der Neuzeit, in: 17. Jahrhundert in England, in: 18. in Frankreich, in unseren: Jahrhundert überall, :!:ehr oder weniger religiöse Masken an. — Mit Parlamentsmitglieder und Soldaten gewordenen Bibelverse:: haben die Puritaner das moderne England und die nordamerikanischen Staate:: gegründet. Was ist aber in religiöser Beziehung von ihren: Werke iibrig geblieben? Was ist in derselben Beziehung von den Jlluminaten, Freimaurern, An- Hangern des Vernunftcultus und reinen Theismus uns überkommen? — Wiederum nichts, als verknöcherte Sekten, eine banale Philosophie und die radikalste Negation aller Religion, aber keine Regeneration derselben. Die spekulative Philosophie, die Frankel, Monatsschrift. XIX. 3. 8

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