Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 11)
- Language
- German
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Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1—15, 22. 107 stimmen, nicht recht einsehen. Diese so außerordentliche Sorgfall, eine übrigens sonst so seltene Erscheinung, ist hier durchaus unnöthig. In der Offenbarung selbst ist zu wiederholten Malen der Zeitpunkt unzweideutig angegeben, 13, 3 und 4. Die den Anfang des vierten Abschnittes bildenden drei Verse (13, 17—20) überraschen theils durch die Neuheit einer Erscheinung, theils durch eine merkwürdige chronologische Unregelmäßigkeit. V. 17 und die erste Hälfte des Verses 18 haben angenscheinlich die Bedeutung einer erläuternden Anmerkung zu V. 20 und 21. Der tiefblickende Nachmanides hat, soviel uns bekannt ist, zuerst die Bedeutung dieser Stelle in ihrem ganzen Umfange entdeckt und sie in seinem Pentateuch-Commentar zur Stelle in ein wenig dunkeln Ausdrücken mitgetheilt. Ein solcher Zug an sich hat sonst nichts Befremdendes; seine sonstige Seltenheit in der Bibel bewirkt, daß man hier einen Augenblick überrascht ist, weiter auch nichts. Die Stelle aber, die ihm hier angewiesen ist, will erklärt sein. Derselbe ist nicht nur zu weit von seinem natürlichen Platze entfernt, sondern sogar in einen ganz Heterogenen Theil versetzt. Die auf ihn folgenden zwei Berichte, der bewaffnete Auszug und das Mitführen der Gebeine Josephs, gehören dem dritten Abschnitte an. Nun versteht es sich von selbst, daß man sich eben so verlegen nach dem Grunde umsteht, warum die Berichterstattung sich genöthigt gesehen haben möchte, die erwähnten Berichte aus ihrem natürlichen Zusammenhangs zu reißen und ihnen eine so unbequeme Stelle anzuweisen. In derselben Verlegenheit befinden wir uns gegen Ende dieses Abschnittes hinsichtlich 15, 19. Derselbe macht den Eindruck eines aus seinem Verbände herausgerissenen und in einen anderen Organismus hineingesetzten Gliedes. Nichts fällt in dem historischen Theile des Pentateuchs so sehr auf, als der gänzliche Mangel an pragmatischen Zügen. Nirgends eine Spur von Kunstprodukt, von dem, was man