Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1-15, 22
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
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Beleuchtung einiger Stellen in Exodus 3, 1—15, 22. Ri zeigt, emen Zug dieser Methode richtig gefaßt. Auch begegnet man sonst in seineni Pentateuch-Commentar feinen Bemerkungen, die von seinem richtigen Blicke in manche andere derartige Züge Zeugniß ablegen. Aber seine allzugroße Nüchternheit verhinderte ihn, bis zu dem gemeinsamen Ursprung der wahrgenommenen Züge vorzudringen. Dieselben blieben für ihn unzusammenhängende Erscheinungen; ihre eigentliche Bedeutung war ihm unverständlich. Jbn Esra's kritischer Blick war freilich unendlich umfassender und tiefer. Seine so geheimnißvoll thuende Aeußerung ואם תכין סוד השנם עישר גם והכנעני וכוי, die ihn, vielleicht gegen seinen Willen, zuui Vater der neuen Bibelkritik gemacht hat, charakterisirt, am besten den großen Abstand zwischen ihm ״unddem letztgenannten. Doch waren feine kritischen Leistungen inehr das Produkt eines genialen kritischen Sinnes, als des in seinen Gegenstand sich ganz vertiefenden, ruhigen Blickes. Alle seine mustergültigen exegetischen Bemerkungen verrathen mehr richtigen Takt, als Methode und Fleiß, eine Erscheinung, in der sich so recht deutlich das ganze Wesen Jbn Esra's abspiegelt. Einein Manne von solchen Anlagen konnte wohl die Bedeutung solcher Stellen nicht entgehen, an denen das erzählende Subjekt aus dem Flusse der Ereignisse plötzlich austaucht, um bald wieder zu verschwinden. Das, was der gewöhnliche Leser gar nicht, und der Forscher nur mit Mühe entdeckt, war Jbn Esra beim ersten Blicke kenntlich. Aber solche Stellen, an denen die Gedanken des Berichterstatters bis zur Unkenntlichkeit in die Ereignisse eingewebt sind, konnten unmöglich die Aufmerksamkeit dieses Ungeduldigen und Hastigen fesseln. Da nun die völlige Ergründung vieler der erstgenannten Stellen die Erkennung der Bedeutung der letzterwähnten bedingt, so kam Jbn Esra mitunter auch da, wo sein glücklicher Takt ihn den allgemeinen Charakter des Objekts erkennen ließ, hinsichtlich des eigentlichen Wesens zu verkehrten Ansichten. Manche Stelle, die man, wenn man nicht weiter als er geht, sich nur als eine 7*