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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 2 · p. Seite 72

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 2
Article
Alter jüdischer Volkswitz in der muhammedanischen Literatur
Date
1870-01-01
Page
Seite 72 (sequence 5)
Language
German
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72 Alter jüdischer Volks wir, in der mnhammcdaiiischen Literalm. Alter gesichert, an denen dann gewiß auch die andere Theil nimmt. Die allmälige Modification können wir noch daran erkennen, daß die arabischen Berichte, als dem Ursprung naher stehend, noch vier Brüder haben. — Die Aufnahme dieser jüdischen Produkte bei den alten Arabern müssen wir uns gerade so, wie die votl vielen historischen und unhistorischen Sagen denken. — Welches Ansehen namentlich diese Anekdote genoß, beweist der Umstand, daß, wie Ghaffari bezeugt, der berühmte persische Dichter Emir Chosrn (aus Delhi, starb 1315. S. Hamnrer a. a. O. S. 229) sie in einen: seiner Werke poetisch behandelte. Vielleicht ist es an: Orte, hier auf einen Zug der Titussage aufmerksam zu machen, den die Muhammedaner in die Nimrodsage übertragen haben. Wie näinlich bekannt, quält eine Mücke das Gehirn des Zerstörers Jerusalems, woran er elend zu Grunde geht. Man vergleiche nun dainit, was der Scholiast zu den: Alexanderbuche Nizämis V. 37 bemerkt: ״In den Geschichtsbüchern steht geschrieben, daß durch göttlichen Nathschluß eine Mücke die Lippe Nimrud's, des Verfluchten, biß und dann zu seiner Qual in sein Gehirn drang, wo sie ihren Wohnsitz aufschlug; eine Zeitlang verbrachte er unter Schmerz und äußersten Leiden sein Leben, worauf er in die Hölle führ" (Spiegel, 6bre8tomstbia ksrsioa S. 65). Nimrud und Titus haben das gemein, daß sie Beide zu Typen von Judenfeinden wurden, woraus man die Verwechselung bei den in dieser Beziehung nicht sehr genauen Arabern leicht erklären kann. Wilhelm Bacher.

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