Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Alter jüdischer Volkswitz in der muhammedanischen Literatur
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 2)
- Language
- German
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Alter jüdischer VolkSwch iu der muhnmmedanischen Literatur. >;9 Fülle zusammeirgetragen, als au einer Stelle des im Ganzen das Gepräge hohen Alters an sich tragenden Midrasch Echa. Gleich zu Anfang nämlich, gelegentlich der Worte רבתי בגוים, die als רבתי ברעות gedeutet werden, wird eine beträchtliche Sammlung von Anetdoten zusammengetragen, nur den angeboreuen Mutterwitz der Jerusaleiner, namentlich in seiner Aeußerung gegen Fremde, zu beweisen. Als Repräsentanten der Fremden erscheinen zumeist die Athener (חד מאתינה oder חר סאתינס), die bei verschiedenen Gelegenheiten als von der geistigen Ueberlegenheit der Jerusaleiner besiegt erscheinen. Wahrscheinlich glaubte man mit Gegenüberstellung der berühmtesten nird gebildetsten Stadt des Alterthnms die eigene Metropole am besten zu glorificiren. Schon daraus erhellt, daß nur es mit alten Produktionen zu thnn haben, deren froher, sprudelnder Witz uns in eine Zeit führt, in der Jerusalem noch die ruhmvolle Hauptstadt, der verehrte Ai ittelpunkt des jüdischen Stammes war, während es andererseits kaum denkbar ist, daß man gleichsam Angesichts der ranchenden Trümmer Zions, so unbefangen scherzende Erzählungen zur Verherrlichung desselben, hätte erfinden wollen. Doch auch die Frische und Lebendigkeit dieser Anekdoten beweist, daß sie aus dem vollen, wirklichen Volksleben hervorgingen, so daß wir in ihnen möglichst nnverfälschte Zeugen einer Zeit haben, welche das Staatsleben des Jndenthnms zerstören sah, gleichsam die letzten Blitze von Frohsinn, dessen Stelle auf Jahrhunderte hinaus trübe Verdüsterung einnehmen sollte. Das; sie uns erhalten blieben, ist derselben zähen Standhaftigkeit zu verdanken, mit der auch die übrigen, wichtigeren Denkmäler der Vergangenheit festgehalten wurden. Doch so wie diese letzter» die Quelle wurden, aus denen zwei große Neligionen ihre Hauptlehren schöpften, so wußte auch, freilich in geringerein Maße, der jüdische Volkswitz in der Fremde Einlaß zu erlangen, wie an folgendem eclatanten Beispiel gezeigt werden soll. Zn dem erwähnten Anetdoteneyklus gehören zwei, die besonders fein und witzig erdacht sind, die zweite und die zehnte. In dieser kommt ein. Athener nach Jerusalem, unk die dort heimische kluge Redeweise Z zu erlernen, was ihnt aber trotz vierte- ») לישן דחוכמהא. Vgl. Erubiu 58b.