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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 12 · p. Seite 549

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 12
Article
Das Gesetz der Wärmeleitung der Farben im Talmud
Date
1869-01-01
Page
Seite 549 (sequence 2)
Language
German
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Das Gesetz der Wärmeleitung der Farben im Talmud. 549 Man kann dieses an verschiedenen Dingen klar machen. Von einer weiß angestrichenen Mauer prallt die Wärme der Sonnenstrahlen zurück, es rankt sich daher gewöhnlich die Weinrebe an eine dunkle Mauer hinaus, weil die dunkle Farbe mehr Wärme in sich aufnimmt; von zwei Thermometer, von denen das eine schwarz und das andere weiß angestrichen, wird das schwarz angestrichene höher steigen, als das andere. Wir tragen im Sommer Helle, im Winter dunkle Kleider, durch Helle dringt die Sonnenhitze nicht schnell durch. Haben auch die Talnrudisten, wir wollen :licht sagen auf Grmrd der Kenntniß dieses Naturgesetzes, sondern vielleicht aus Erfahrung die verschiedenen Grade der Wärmeleitung bei den Farben gekannt? Wir glauben es nachweisen zu können. In Traktat Chulin S. 55 d. wird das Fleisch eines Viehes zu genießen verboten, wenn die Lunge desselben durch irgend eine innere plötzliche Aufregung, durch einen Schrecken zusammengeschrumpst ist (חרותה). Die Mischna unterscheidet aber zwischen einer Lungenzusammen- Ziehung, die durch ein Naturphänomen (Donner, Blitz) und einer anderen, die durch Menschen entstanden ist. Als Kennzeichen der Unterscheidung wird nun Folgendes erzählt: רבה בר חנה חני קאזיל במדברה אשכח חני דיברי דצמיק ריאה דידהו, אתא שאיל בי מדרשא, אמרי ליה בקייטי אייתי משיכלי חיורי ומליבהו מיא קרירי ואנהינהו מעת לעת, אי הדרן בריין בידי שמים היא וכשרה, ואי לא טרפה. בסיתוא אייתי משיכלי שיח ו מי ומלינהו מיא משורי ואנחינהו מעת לעת, אי הדרן בריא כשרה, ואי לא טרפה. Nabba, Sohn Bar Chana's, ging einst in der Wüste und fand dort Widder, deren Lungen zusammengeschrumpft waren. Auf seine Anfrage hierüber im Lehrhause sagte man ihm, im Sommer nehme man weiße Gefäße mit kaltem Wasser .... im Winter dunkle Gefäße mit lauem Wasser. . . . Aus diesem geht deutlich hervor, daß die Alten die verschiedenen Grade der Wärmeleitung bei Hellen und dunkeln Farben kannten. Im Sommer sollte das kalte Wasser kalt bleiben; darum sollte man ein weißes Gesäß nehmen, denn die weiße Farbe ist eine schlechte Wärmeleiterin und hält als solche Sonnenhitze fern. Im Winter hingegen sollte das laue Wasser nicht alsbald abkühlen oder frieren, daher das dunkle Gefäß, weil dieses von Natur der Kälte weniger zugänglich ist und das Wasser länger warm hält. Raschi erklärt auch richtig שחומי, שחורות ואינן מצננות כל כך בלבנות. Raschi citirt aber noch eine andere Erklärung von seinem Lehrer: ובלשון מורי שחומי של נהשת היורי י.של חרם) Im Winter nehme man ein kupfernes, im Sommer ein thöner- ׳) Wir bemerken, daß in Raschi's Worten משיכלי היורי של בלי הרם 35*

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