Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Ein hebräisches Apokryphon
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 544 (sequence 3)
- Language
- German
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544 Ein hebräisches Apokryphen. Version muß aber ein selbstständiges Ganze gebildlt haben, da es ספר genannt wird unb anch Verszählung hat. Die übliche Forurel lautet hier מנין פסוקי דספרא אחד וחמשים וסימנו נ "א. Dies Büchlein nun, welches wir aramäisch paraphrasirt besitzen, scheint sowohl die Quelle des Nabba, als die Grundlage der griechischen Zusätze gewesen zu sein. Da nun letztere, wie das Epigraph in der Septuaginta (i'vovg mdqrov ßaGt,Xivovvog Tiro- Xepacov xai KXionarqag elg^veyxe doaidiog, dg eg>rj slvac. ieotvg xai Aivtryg, xai II ro?j:u.alog ö i'iog avrov ryv tcqoxufievyv iTuaroXfp) rmv <I>qoi<qgI, rjv etpaffav iivai. xai fjqfi^vivxevat Avaijuv/jn• IhoXctiaiov 1:0v ev ’liqovGuXr'ju) beweist, sedenfalls zur Zeit des Tempels entstanden, da ferner unter den im selben Epigraph erwähnten Auslegungen (^frijvevxsvao des in Jerusalem weilenden Lysimachus gewiß auch unsere Zusätze zu verstehen sind, so wäre bis zur Evidenz erwiesen, daß in Palästina schon frühzeitig eine sagenhafte Ausschmückung des Estherbnches in hebräischer Sprache existirte, von der ein Theil sich bis zur Zeit des hagiographischen Targnm erhielt. Diesem Apokryph on entnahm jener Lysimachus die Gebete und den Traum, sie in mehr rhetorischer Weise vertheilend, während der Sammler des Esther Rabba es für seine agadischen Zwecke ausbeutet (so ist der Traum als Deutung von אשר קרחו v. 4, 7 gegeben) und zugleich ein gewiß unverfälschtes Muster jenes in reinem, fließenden, an die Sprüche des בן סירא erinnernden Hebräisch geschriebenen Apokryphon der Nachwelt aufbewahrt. Es wäre nun noch zu ermitteln, woher Psendo-Josephus seine Darstellung entnommen hat. Nun stimmt diese am vollkommensten mit der aramäischen Bearbeitung überein, so daß cs scheint, als ob Ps.-J. aus derselben eine Rückübersetzung machte, woraus sich dann auch die paraphrastische Sprache gut erklärt. Für die Texteskritik des Josippon ist es vom Belange, daß die erwähnte Uebereinstimmnng blos in Bezug ans die aus der Constantinopeler edilio princcps geflossenen Ausgabe des Sebastian Münster (Basel 1546) gilt, während die Sätze, um welche die Breithanptische Ausgabe reicher ist als jene, sich auch nicht in der araniäischen Version finden. Z Wilhelm Bacher. *) Unter diesen Sätzen, die meist Bibelcitatc sind, ist einer der auf Ur-