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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 9 · p. Seite 400

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Anschauungen über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie
Date
1869-01-01
Page
Seite 400 (sequence 2)
Language
German
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400 81«' Geschichte der Anschammgen aber schien ich mir zu unternehmen, wenn ich die mir hier gegönnte Zeit dazu benutzte, auf ein verstoßenes Kind der jüdischen Wissenschaft Sie anfnrerksam zu machen und es Ihrer Theilnahme zu empfehlen. Diese Theilnahme lernt sich nicht aus vielbändigen Handbüchern und gelehrten Folianten. Wie sie nur durch persönlichen Verkehr gewonnen wird, so pflanzt sie sich am wirksarnsten fort durch das lebende Wort, das von Mund zu Munde geht. Hat denn aber auch die Wissenschaft Schooß- und Stiefkinder? Ohne Zweifel. Auf gewisse Materien wendet sich oft eine unermüdliche Forschung, der kein Zug im Antlitz des geliebten Gegenstandes unbedeutend scheint, die Geburt, Leben und Tod dieser Lieblinge mit mehr als mütterlicher Sorgfalt betrachtet. Andere Stoffe, oft von weit höherem Werthe, werden wie ungerathene Kinder hintangesetzt, wenn man nicht Muth oder Haß genug hat, sie geradezu zu verläugnen. Ein solches Stiefkind ist bis heute der modernen jüdischen Wissenschaft die Theologie der jüdischen Hellenisten geblieben. Theilnahmlos ging man an ihr vorüber, während man für Verwandtes die zärtlichste Aufmerksamkeit besaß; kaum daß gelegentlich ein gelehrter Mann einen erfolgreichen Streifzug in ein Gebiet unternahm, dessen Nachbarreiche erbeherrschte. Das Ganze als Ganzes und als eine der Lichtseiten zu erkennen und darzustellen, die das thatenreiche Geistesleben der jüdischen Nation aufweist, das hat noch Keiner versucht. Diese Erscheinung darf uns nicht Wunder nehmen. Es sind nicht mehr als etwa vier Jahrzehende verstrichen, seitdem jüdische Geschichte und Litteratur mit den Methoden der modernen Wissenschaft von Juden erforscht werden. Vier Jahrzehende aber genügen nicht, um eine Wissenschaft in allen ihren Theilen auszubauen, deren Gegenstand so alt ist wie die Geschichte des Menschengeschlechts und so weit wie die bewohnte Erde. Aber sie mag ihre guten Gründe haben, diese Thatsache, sie bleibt darum doch nicht minder beklagenswerth — vor Allem

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