Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Der Prozeß Eisenmenger
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Prozeß Eisenmenger. 378 . per Urozch Lisemnenger. Von G. Wolf. Zu den berüchtigsten Namen in der Literatur gehört der des ehemaligen Professors der orientalischen Sprachen in Heidelberg, Johann Andreas Eisenmenger. Er hat sich durch sein Werk: ״Entdecktes Judenthum" eine Pasquinsäule errichtet, die sein schmähliches Angedenken kommenden Geschlechtern bewahrt. Er hat den Kehricht und den Bodensatz des jüdischen Schriftthums unverstanden gemißdeutet, aus dem Contexte gerissene Stellen zusammengetragen und sie als die Essenz und das getreue Contrefei des Judenthums hingestellt. Zahllose Judenfeinde, denen die jüdische Literatur nicht im Originale zugänglich war und ist, haben seit jener Zeit dieses Buch als Quelle benutzt und aus demselben das Giftwasser geholt, um Juden und Judenthum zu verdächtigen und zu verketzern und sie dem Gespötte des Publikums, welches die Schriften, aus welchen Eisenmenger schöpfte, nicht kennt, preiszngeben. Das Buch ist heute theilweise unschädlich geworden. Es sind bessere Zeiten gekommen. Nichtjüdische Gelehrte, welche die jüdische Literatur mit unbefangenem Sinne studirteu und prüften, legten für dieselbe Zeugniß ab, und jüdische Gelehrte haben die großen Schätze, welche das jüdische Schriftthum in sich birgt, an das Tageslicht gefördert und auf das Glänzendste den Beweis zu Gunsten desselben geführt. Nichts desto weniger halten wir es nicht für überflüssig, folgende Blätter, zu welchen wir das Material ans Akten im Archive des Ministeriums des Aeußern in Wien entnommen haben, hiermit zu veröffentlichen. Sie sind nicht bloß geeignet, auf die Sache selbst neues Licht zu werfen, sie geben nicht bloß Bericht über einige mitunterlaufende Umstände, die nicht unbedeutender Natur sind, sondern sie zeigen auch, in welcher Weise im heiligen römischen Reiche Gerechtigkeit geübt wurde. Doch zur Sache.