Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Tendenz und Abfassungszeit der letzten Capitel des Buches der Richter
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 2)
- Language
- German
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358 Tendenz urtb Abfassnngszeit der (eisten Capitel verkennen ift, liegt siberhaupt sticht in der Darstellstng, sondern in desr dargestellten Ereignissess. Die wirklichen Ereignisse sind es, svelche als Mahstststgen asts der Vergangenheit sich an die Gegenwart svestden; der Asttheil des Verfassers liegt bloß iss der Auffindung ssssd Erkesuttssiß dieser Mahnungen ussd in ihrer geschicktest schriftstellerischen Anordssrsng. Ich möchte solche Partiess Situationsbilder ssessssess, svelche der Geschichtschreiber entrollte, sveil er dctvoss erwartest dstrftc, daß sie trotz ihrer asttiken Staffage seinen Zeitgenossett bis auf jeden eisrzelnen Zug sind varnehistlich mit ihrer svie svohl nstr schsvach augedeuteten Tessdenz für die Gegenwart verständlich sein würden. Das äußere Merkmal solcher Sitstationsbilder liegt in der eigentlichen Abwechselung rson Weitläufigkeit ststd klsnstüssdlichkeit sstit ihren graden Gegensätze,t, Kstappheit ussd Kürze, — eiste Absvechselstng, die sticht zssfällig, sostderit nstr absichtlich seist kastst, die sich aber auch leicht erklärt, svestst nsast die Schrift als berechnet auf die Entscheidung einer Tagesfrage erkennt. Deitn dieser Berechnung gesnüß sstußte ällerdistgs der Verfasser feiste Schrift möglichst harmlos erscheinen lassest, stsss sticht durch eiste nssvorsichtige Hervorkehrung seiner Absicht derselben vielsnehr zu schaden, als zu nützen; ebenso svar er aus demselben Grunde verasrlaßt, Persönlichkeitest, Untstände, Einrichtungest n. s. tv., svenn deren Erwähnung den Leser von der Versnuthstng einer Tendestz abführest konnte, sstit Stillschsveigen zu übergehen. Uebrigens erinnere ich zur Erläuterung des Gesagten an eine Erscheiststng, die aus desst Gebiete der profanen Literatstr stns sticht selten entgegesstritt. Das sistd jene Schriften, die scheistbar nur Geschichtserzählststgen enthalten, deren eigentlichen Mittelsustkt aber ein Tagesinteresse bildet. Dieses ist oft ststr sstit einigen Strichest astgedesstet, aber das scharfblickende Auge des Zeitgenossen nintsnt sie desntoch svahr. Erst allmälig versvischen sich die Konturen, ustd spätere Geschlechter köstnen dastn svohl glaubest, daß sie ist dem Bilde nur das vor sich haben, als svas es sich