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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 6 · p. Seite 269

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 6
Article
Rabbi Israel Isserlein
Date
1869-01-01
Page
Seite 269 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Rabbi Israel Jsserlem. 269 Aabbi Zsrael Zjserl'ein. Ein Lebens- und Zeitbild. Von Di׳. A. Berliner. (Fortsetzung.) In den 3?gs. u. 67 setzt Jsserl. auseinander, daß der Ausdruck ״heirathen" im Deutschen nur das Verlöbniß bezeichne, während der Act der ehelichen Trauung selbst von den Christen ״gemählt" *) heiße. Ferner, die auf bürg sich endigenden Stüdtenamen werden im Deutschen (בכתב גלחות) wol mit ג am Schlüsse geschrieben; wir aber, sagt Jsserl. in den?68. n. 142, schreiben im Scheidebriefe mit לן, weil das Deutsche in einigen Gegenden schärfer ausgesprochen wird als in anderen, was wir auch bei der Schreibart im Scheidebriefe berücksichtigen. Vgl. dort noch Mehreres über die jüdische Orthographie deutscher Wörter. Kehren wir nun nach dieser Abschweifung zu Jsserl. selbst zurück und zeichnen zuvörderst das schöne, harmonische Verhältnis;, in welchem er mit seiner Gemeinde stand. Die Mitglieder derselben begrüßten ihn zu jedem Sabbat, mit Ausnahme des Trauer-Sabbats vor dem Tage der Zerstörung Jerusalems. Vor dem Beginne des Gottesdienstes am Vorabend des Versöhnungstages kamen Alle aus der Gemeinde zu Jsserl., ihn um Verzeihung für etwaige Beleidigungen zu bitten; während Jsserl. hierauf in der Synagoge ausrufen ließ, daß auch er die Gemeinde um Verzeihung bitte und wünsche, daß, wenn Jemand eine Geldforderung an ihn haben sollte, mit der Geltendmachung derselben warten und erst nach dem Versöhnungstage klagend gegen ihn auftreten möge. Aber nie traf es sich, bemerkt der Verfasser des L. I., daß Jemand Veranlassung zu einer solchen Klage hatte. Jsserl. war neben seinem Lehramte an der Jeschiba vorzüglich als Rabbiner in seiner Gemeinde recht thätig. In seinen Predigten, die er gewöhnlich vor allen Festen hielt, suchte er, wie aus dem L. I. hervorgeht, neben den exegetischen Erläuterungen vorzüglich auch auf den halachischen Theil י) In den Responsen des Maharil n. 101 auch mit dem Worte ״entsposeu" bezeichnet. Ueber den erst erwähnten Sprachgebrauch vgl. Haupt'H Zeitschrift für deutsches Alterthum Band II, S. 648.

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