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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 5 · p. Seite 236

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 5
Article
Lewis Way und seine Emancipations-Apologie
Date
1869-01-01
Page
Seite 236 (sequence 3)
Language
German
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23S Lewis Way Israeliten erlassenen Verordnungen und deren Wirkungen. Dohm ersah aus der Abfassung des Schreibens, daß der wohlgesinnte Mann bei allein unverkennbaren Eifer der Sache nicht gewachsen sei, und zu Vieles auf einmal umfassen wolle. Uebrigens stand die Ertheilung solcher in's Einzelne gehenden Nachrichten nicht Ln seinen Kräften, und völlig unmöglich war es, dieselben dem Herrn Way so schnell zukommen zu lassen, daß er davon, wie er in seinem, am 16. October zu Aachen geschriebenen Briefe gewünscht hatte, 511 einer am 30. October dort zu übergebenden Denkschrift noch hätte Gebrauch machen können. Dohm antwortete jedoch auf die schmeichelhafte Zuschrift schleunigst, einige Hauptgrundsätze andeutend, deren Feststellung Zu bewirken ihm hauptsächlich wichtig schien, und ersuchte .den menschenfreundlichen Engländer, ihn: vom Erfolge seiner Bemühungen demnächst einige Nachricht Zukommen zu lassen. Dies geschah im Anfänge des Jahres 1819 von England aus in einem ausführlichen Schreiben, welcher von dem Sekretair der Londoner Gesellschaft zur Beförderung des Christenthmns unter den Juden, Herrn Treschow, in deutscher Sprache, nach Way's Aufträge, abgefaßt war, und welchen: der Letzte selbst einige Zeilen in französischer Sprache beigefügt hatte. Zugleich ward auch in Abschrift mitgetheilt, was in der Sitzung der berathschlagende Minister der fünf großen Mächte am 21. November über die von dem Herrn Way dem Kaiser Alexander überreichte Denkschrift im Protokoll bemerkt worden war. Hiernach beschränkte sich die den Anträgen des Herrn Way gewidmete Aufmerksamkeit auf die Aeußerung, daß man der Absicht und dem lobenswürdigen Ziele seiner Vorschläge im Allgemeinen Gerechtigkeit widerfahren lasse, ohne jedoch auf alle seine Ansichten näher eiuzugehen, und daß die Minister von Oesterreich und Preußen sich, in Betreff ihrer Monarchien zur Erlheilung von Nachrichten und Aufklärungen über eine solche dem Staatsmann und Menschenfreund zugleich interessirende Angelegenheit erboten. — Dohm konnte die großen Hofs.mngen nicht theilen, zu denen Herr Way sich durch das Ereigniß seiner Bemühungen berechtigt hielt, und da überdem in dem Schreiben des Herrn Treschow Aeußerungen wie folgende: ״Herr Way betrachtet Sie, wie er mir diesen Morgen sagte, als einen zweiten Moses, der vierzig Jahre lang an der Wohlfahrt Israelis gearbeitet hat, und sein Wunsch und Gebet zum Herrn ist dieser, daß auch Sie noch vor Ihrem Ende von einem Berge Pisga das moralische Kanaan erblicken mögen, in dem es zur Ruhe gebracht wird" —, da solche Aeußerungen überhaupt keine sonderlichen Hoffnungen für fernere glücklichere Bestrebungen des Herrn Way bei ihm zu erregen

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