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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 5 · p. Seite 234

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 5
Article
Lewis Way und seine Emancipations-Apologie
Date
1869-01-01
Page
Seite 234 (sequence 1)
Language
German
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234 Lewis Way Lewis Way und seine Lmancipaiions -Upot'ogie. Die Emancipations-Geschichte, die mit Dohm, Mirabeau und Gregoies beginnt und noch nicht abgeschlossen ist, ist reicher, als man gewöhnlich annimmt, an Episoden, Aktions- und Reaktionsstößen. In Deutschland war bekanntlich in den Jahren 1814—1820 und darüber hinaus die reaktionäre Strömung gegen die Juden am heftigsten. Während die Rühs, Fries und ihre philosophischen Spießgesellen ihr Hep, Hep-Geschrei ertönen ließen, und der Zunftneid Steine auf die Juden warf, strengte ein edler Engländer Lewis Way seinen ganzen Eifer an,.um, nicht bloß die Gleichstellung der Juden von den im Aachner Congreß versammelten gekrönten Häuptern und ihren Gesandten zu verfechten, sondern ihnen eine Ehrenstellung zu vindiciren. Dohm und die übrigen Emancipationsfreunde hatten bloß die politische, nationalökonomische und humane Seite der Frage ins Auge gefaßt, und sie haben öfter mit einem verächtlichen Blicke auf die Vergangenheit der Juden und auf die Bibel überhaupt herabgesehen. Der englische Kämpfer für ihre Befreiung dagegen betonte gerade die messianische Bedeutung der Juden, ihre Stellung zu der biblischen Verheißung und der zukünftigen Erfüllung. Die Andern betrachteten die Juden als Sklaven, die man in der alten Welt, ebenso wie die Schwarzen in der neuen Welt, aus humanitären oder philosophischen Prinzipien und im Interesse der Staaten selbst emancipiren müsse; sie verachteten sie, indem sie ihnen das Wort redeten. Lewis Way dagegen ehrte in ihnen ihre hohe Abstammung, sie sind ihm ״Abkömmlinge von Königen", die in ihrem Elends noch ihre Hoheit bewährt haben. Es ist ein königlicher Stamm, der durch gehäufte tragische Schläge in eine schiefe Lage gebracht worden sei. Seine Apologie für die Juden hat viel Ähnlichkeit mit der seines Landsmannes Nikolas, welcher zur Zeit der englischen Revolution so beredt für die Juden eintrat. Das zeichnet diese Schrift besonders aus und macht sie interessanter. Freilich hat er dabei viel Mystik hinein-

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