Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Rabbi Israel Isserlein
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829374-2829380-2864352--12050-2864411- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Rabbi Israel Jsserlein. 233 und gab das Gebäude den Juden wieder. Jsserl. wollte die Restitution zur Synagoge gestalten, doch sollte Jacob Weil in Erfurt noch angefragt werden (L. I. S 9). Die christliche Obrigkeit in Breslau verlangte von den Juden, daß sie bei ihrer Eidesleistung den vierbuch stäbigen Gottesnamon mit entblößtem Haupte aussprechen sollten. Jsserl. entschied, daß, wenn die Behörde hierin eine größere Heiligkeit für den Eid erblicken wolle, mau nachgeben müsse (Pes. 11. 203). Jur Jahre 1416 setzte die Gemeinde in Neustadt inr Vereine mit anderen Gemeinden Steyermarks nähere Grundsätze fest über die Repartition einer größeren Steuer (Ter. liad. S. 177b). Die Silbermünzen im größten Theile von Deutschland, Böhmen und Polen sind meistens Kupfer und nur von geringem Silbergehalt, wahrend noch vor 100 Jahren die Münzen nur geringen Kupfergehalt hatten (P68. 11. 64). Jsserl. theilte einst seinen Schülern mit, daß einmal ein Schuldbrief vor das Gericht gebracht wurde, der als gefälscht erkannt wurde, weil das Papier, worauf der Schuldbrief geschrieben war, ein Wasserzeichen hatte, dessen Besitzer jünger war als das Datum des Schuldbriefes selbst. Am Rhein bestand die eigenthümliche Sitte, so Jemand aus dem Gefängnisie kam, wurde ihm ein wenig Wasser ins Gesicht gesprengt und dabei gesprochen ברוך מתיר אסורים. Jsserl. sprach sich gegen diese Sitte aus (L. I. 26b). Im L. I. wird mitgetheilt, daß nicht selten die Christel: Leichensteine v om Friedhofe weggeholt haben. Wenn nun in Wertheimers Jahrbuch 1858 S. 21 bei der Gelegenheit, wo über die bei der Demolirung der Burg in Gratz aufgefundenen Leichensteine berichtet wird, die Frage aufgeworfen wird, wie diese Steine in jener Zeit (nämlich 1438, in welchem Jahre der betrefsende Theil der Burg gebaut worden), wo die Juden keine Verfolgung zu bestehen hatten, eine solche Verwendung finden konnten, so dürfte in jener Mittheilung des L. I. die Beantwortung der Frage zu suchen sein. (Fortsetzung folgt.)